kinna mit seinem Gefolge und seiner Tochter begaben sich durch den
unterirdischen Gang nach dem zweiten Schlosse.
Als die Nacht anbrach, fragte das Mädchen den Jukinna: „Vater,
wie hast du die Araber gefunden? Und warum hast du sie verlassen,
da du mit ihnen Umgang hattest, und ihren Glauben angenommen hast,
und ihnen so eifrig ergeben warest? Hast du vielleicht gefunden, dass
das Volk im Unrecht ist, und dass dein Glaube besser ist, als der ihrige?
„Nein, bei Gott, erwiderte er, es ist nur Mitleiden mit dir, was mich
hierher brachte, weil wir in dieser Welt getrennt sind, und mir angst
ist, dass wir es in der Ewigkeit auch sein möchten. Ich weiss sicher,
dass diese Rastelle den Arabern nicht widerstehen können; sie haben
meine Burg, die festeste in ganz Syrien, erobert, und so viele Fürsten
aus ihren Ländern vertrieben; und Gott hat mein Herz gerührt, dich der
Gewalt der Teufel und der ewigen Verdammniss zu entreissen, und dich
von dem Götzendienst des Kreuzes zu Gott zurückzuführen. Bei Gott,
mein Rind, die Religion des Islam ist die vortrefflichste, und die Propheten -
und der Messias hingen ihr an; auch war sie das Gesetz der
Christen, und die Gebote der Wahrheit waren ihr Recht; aber Paulus,
ein jüdischer Schriftgelehrter, verführte sie vom wahren Glauben, und
zog sie vom rechten Wege ab, und predigte ihnen die alten unwahren
Gesetze, bis sie ungläubig für die Worte Abraham’s des Freundes
Gottes, und Moses des Wortes wurden. Diese Araber hingegen folgen
dem, was ihr Prophet Mohammed an siegreicher Lehre und frommen
Werken gebot, und entsagen gänzlich dieser Welt, und haben sich, getrennt -
wie sie vorher waren, im Bekenntniss der Einheit Gottes vereinigt, ¬
und glauben an den Tod, die Auferstehung und an ein jüngstes
Gericht, wo nach dem Buche Gottes auch das Geringste geprüft werden
wird. Lass denn auch dir gefallen, was deinem Vater gefiel, und folge
nicht dem nach, was mein und dein Verderben wäre.“ Sie erwiderte:
„Mein Vater, alles, was du sagtest, war mir nicht unbekannt: ich wusste
die Vortrefflichkeit des Islam, und will, was du willst. Ich bezeuge,
dass nur ein Gott ist. Sage, was muss ich mehr bekennen, um in die
Gemeinde der Gläubigen zu treten?“ Und ihr Vater lehrte sie die beiden
Bekenntnisse, und sagte: „Ich bezeuge, dass nur ein einiger Gott ist,
der keinen Gefährten hat, und ich bezeuge, dass Mohammed sein Diener
und Gesandter ist, gesandt mit der richtigen Leitung und dem wahren
Glauben.“ Abdalla Jukinna freute sich ihres Islam, und sagte: „Was
fangen wir mit jenem verfluchten Ungläubigen an?“ Sie erzählte ihm,
was sie vom Wefir über die Absichten des Ischkefasz, ihn zu ergreifen,
vernommen hatte. „Wenn es sich so verhält, sagte Jukinna, so bereite