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49.
Bei den Longitudinalschwingungen geschehen abwechselnde Zusammenziehungen
und Ausdehnungen des klingenden Körpers oder seiner Theile nach der Richtung der
Länge, so daß diese sich abwechselnd gegen einen Schwingungsknoten stemmen, und von
demselben entfernen. Sie können Statt finden 1) an der in einer Röhre eingeschlossenen ¬
Luft, wie bei allen Arten der Blasinstrumente, 2) an festen Körpern, die
nach einer geraden Richtung beträchtlich ausgedehnt sind.
50.
Drehende Schwingungen habe ich nur an Scäben bemerke, es dreht sich dabei
der Stab oder jeder schwingende Theil desselben abwechselnd rechts und links.
51.
Die Kraft, durch welche der klingende Körper in Bewegung gesetzt wird, muß allemal ¬
in eben derselben Richtung angebracht werden, in welcher die Schwingungen geschehen
sollen. Zu Hervorbringung der Transversalschwingungen wird es am besten seyn, wenn man
den klingenden Körper durch Streichen mit dem Violinbogen nach einer transversalen Richtung ¬
in Bewegung setzt; es läßt sich auf diese Art ein jeder solcher Klang weit leichter,
bestimmter und anhaltender hervorbringen, als durch Schlagen oder Reißen. Die Longitudinalschwingungen ¬
werden an festen Körpern durch ein gehöriges Streichen oder Reiben nach
der Richtung der Länge, und an der in einer Röhre befindlichen Luft durch Blasen hervorgebracht, ¬
die drehenden Schwingungen eines Stabes aber durch ein gehöriges Reiben in ebenderselben ¬
Richtung.
Zweiter Abschnitt.
Schwingungen der Saiten.
I. Transversalschwingungen.
52.
Eine Saite kann entweder ganz schwingen, oder sich in irgend eine Zahl von gleichen
Theilen eintheilen, die nach entgegengesetzten Richtungen schwingen, und durch Schwingungsknoten, ¬
oder ruhig bleibende Stellen von einander getrennt sind. Alle diese Schwingungsarten ¬
sind nur darin verschieden, daß die Einheit, welche zum Maaßstabe dient, sich verändert, ¬
indem bei solchen Schwingungsarten, wo sich die Saite in aliquote Theile theilt, jede