Full text : Wāqidī, Muḥammad Ibn-ʿUmar: Geschichte der Eroberung von Mesopotamien und Armenien

XI
schichtschreibern,  und  bei  den  Byzantinern,  und  in  den  von  Assemanni
bekannt  gemachten  Syrischen  Chroniken  finden;  und  mit  einer  Untersuchung ¬
  über  die  Glaubwürdigkeit  Elwakedi’s,  sowohl  in  diesem  Werk
als  in  der  Geschichte  der  Eroberung  Syriens,  zu  schliessen.  Aber  an
der  Ausführung  dieses  Vorhabens,  welches  ziemlich  vielumfassend  war,
hinderte  mich  für  jetzt  Mangel  an  Zeit:  auch  kann  ich  die  dazu  nothwendigen ¬
  Bücher  nur  einzeln  leihen.  Ich  bin  daher  genöthigt,  mich
auf  einzelne  Bemerkungen  einzuschränken.
Die  ältesten  Schriftsteller,  welche  der  Eroberung  von  Mesopotamien
gedenken,  sind  Theophanes  und  der  Syrische  Bischof  Dionysius  von
Telmar.  Den  letzten  kenne  ich  bis  jetzt  nur  aus  einer  Note  in  Gibbons
Geschichte.  Jener  erzählt,  dass  der  Arabische  Feldher  Jasdos  (dies  ist
unverkennbar  Ayädh,  nämlich  das  62  zischend  ausgesprochen)  Mesopotamien -
  angegriffen  habe,  wohin  Heraklius  einen  Feldherrn,  Plolemäus,
gesandt  gehabt.  Die  Stadt  Edessa  sei  ohne  Widerstand  eingenommen
worden;  daher  hätten  auch  die  Araber  die  Einwohner  und  die  Soldaten
geschont:  Konstantia  aber  mit  Gewalt  und  grossem  Blutvergiessen;  so
auch  Darås.  —  Ich  halte  es  für  nicht  unwahrscheinlich,  dass  der  gedachte ¬
  Ptolemäus  hier  unter  dem  Namen  Beitemius  (die  verschiedene
und  wohl  richtigere  Schreibart  von  Martemius)  erwähnt  wird.  Die  Einnahme -
  von  Edessa  wird  in  Elwakedi  etwas  verschieden  erzählt.  Ob  unter
Konstantia  Rasain  zu  verstehen,  habe  ich  noch  nicht  ausmachen  können.
Ueber  die  Art  der  Einnahme  von  Dara  ist  der  Widerspruch  ganz  auffallend. -
  —  Von  dem  Syrischen  Bischof  finde  ich  nur  angeführt,  dass
er  die  Einnahme  von  Edessa  unter  dem  Jahr  637,  die  von  Dara  unter
641  angiebt,  welches  mit  Elwakedi,  wie  man  auch  seine  Chronologie
bestimmt,  gar  nicht  zu  vereinigen  ist.
Abulfaradgi  folgt  Theophanes  oder  den  Syrischen  Chroniken,  die
dieser,  wie  Reiske  zeigt,  zum  Grunde  legte.  Elmakin  giebt  im  Auszuge
aus  dem  Abudgiåfar  el  Tabari  das  Jahr  21  (642)  für  die  Eroberung  von
Rabia  an,  und  schreibt  die  Eroberung  von  Råsain,  Harrån  und  Rohá
einem  (unbekannten)  Amru  Ibn  Said,  die  von  Rakka  und  Nisibin  einem
Ayådh  Ibn  Isa  zu.  Dieser  soll  wohl  Ayådh  Ibn  Ganem  sein:  man
weiss,  wie  Elmakin  von  Schreibfehlern  wimmelt.  In  dem  Auszuge  aus
den  christlichen  Geschichtschreibern  giebt  er  dagegen  das  Jahr  20  an.
Alles  dieses  lässt  sich  nicht  mit  Elwakedi  vereinigen.
Der  von  Reiske  angeführte  Ihn  Rotaiba  nennt  blos  Ayádh  Ibn  Ganem -
  als  den  Eroberer  Mesopotamiens,  mit  dem  Zusatz,  es  habe  sich  ihm
unterworfen  .
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer