Volltext : Wāqidī, Muḥammad Ibn-ʿUmar: Geschichte der Eroberung von Mesopotamien und Armenien

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mit  seiner  Hülfe  den  Arabern  deine  Tochter  wieder  zu  entreissen.  Das
wird  ihm  Begierde  machen,  uns  anzugreifen,  und  vielleicht  wird  uns
Gott  Sieg  über  ihn  verleihen;  und  wenn  wir  ihn  in  unserer  Gewalt
haben,  so  ist  auch  das  Schloss  unser,  so  Gott  will.  Dein  Lohn  aber
wird  sein,  dass  du  und  dein  Volk  in  deinem  Lande  bleiben  werden.
Wisse  übrigens,  dass  mein  Schutz  der  Schutz  der  Araber  ist,  und  was
ich  thue,  ist  so  gut,  als  ob  sie  es  gethan  haben.“  —  Als  der  Patricier
dies  hörte,  sagte  er:  „Ich  werde  es  thun;  allein  ich  fürchte,  dass  der
Messias  mir  zürnen  wird,  wenn  ich  seine  Anhänger  verrathe.“  „Das
nehme  ich  auf  mich,  sagte  Jukinna;  am  Tage  der  Auferstehung  lass
Jesus,  den  Sohn  Mariens,  sich  desshalb  an  mich  wenden.“  —  Darauf
sagte  der  Patricier:  „Wenn  es  sich  so  verhält,  wie  du  sagst,  so  will
ich  es  thun,  und  es  ist  mir  nicht  schwer;  ich  fürchte  aber,  wenn  ich
thue,  was  du  mir  befichlst,  dass  er  nicht  aus  seinem  Schlosse  herunterkomme ¬
  und  dich  angreife.  Ich  glaube  daher,  dass  es  besser  ist,  du
sendest  die  Gefangenen  und  das  Geld  unter  Bedeckung  zu  eurem  Heere;
ich  aber  bleibe  bei  dir,  und  am  folgenden  Morgen  sind  wir  vor  dem
Schlosse;  dort  angekommen,  gibst  du  mir  ein  Pferd  und  einen  Panzer,
und  ich  reite  alsdann  in  voller  Eile  auf  den  Hippodrom  des  Schlosses,
und  sobald  ich  ihn  dort  mit  seinen  Grossen  gewahr  werde,  steige  ich
vom  Pferde,  bestreue  mein  Haupt  mit  Staub,  und  wünsche  ihm  alles
Gute.  Und  wenn  er  mich  fragt,  was  es  Neues  giebt,  werde  ich  ihm
meine  Geschichte  erzählen,  wie  wir  verabredeten,  und  ihm  sagen,  dass
du  nur  eine  Parasange  entfernt  bist.  Alsdann  kann  er  es  unmöglich
verschieben,  mir  zu  Hülfe  zu  kommen,  und  er  muss  dich  angreifen.
Wisse  aber,  dass  seine  meisten  Truppen  augenblicklich  in  den  Festungen ¬
  und  Schlössern  zerstreut  sind,  und  dass  er  höchstens  tausend  Reiter
bei  sich  marschfertig  hat.“  Jukinna  genehmigte  diesen  Anschlag,  und
schickte  die  Gefangenen  zu  Jjadh.  Dieser  fragte  sie,  ob  sie  es  mit
Dank  erkennen  würden,  wenn  er  sie  entliesse.  Und  als  sie  sich  dazu
bereit  erklärten,  liess  er  sie  frei,  damit  er  von  ihnen  erführe,  wie  viele
von  den  Schlössern  noch  nach  ihnen  kämen,  und  damit  sie  sie  ihm  unterwürfig ¬
  machten.
Jukinna  machte  sich  indessen  mit  seiner  Schaar  auf  den  Weg,  und
noch  war  das  Morgenroth  nicht  aufgeblitzt,  als  sie  am  Tigris  waren,
und  das  Schloss  erblickten.  Nun  entliess  er  den  Patricier,  und  gab
ihm  ein  Pferd,  und  band  ihm  um  die  eine  Hand  einen  Strick,  als  wäre
er  so  eben  den  Fesseln  entronnen.  Talun  ben  Reifa  war  damals  im
Begriff,  mit  zweitausend  Reitern  und  tausend  Fusssoldaten  nach  der
Seite  von  Seert  aufzubrechen;  denn  ein  Theil  von  dem  Gefolge  des
            
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