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Ich habe gehört, dass das Schloss sehr fest ist, und wenn ich es angreife, ¬
so kann es sehr langwierig werden. Du musst mir also Zeit
dazu lassen; ich weiss freilich nicht, ob ich sie werde nöthig haben,
oder nicht. Aber ich habe Gott und seinem Gesandten meine Seele
ergeben, und beschlossen, hundert Mann von meinen Verwandten zu
nehmen, und uns wie Landleute zu verkleiden. Dann wollen wir
Frauen und Kinder nehmen und sie zu dem Rindvich stellen, und so
dahin ziehen, als flüchteten wir uns vor den Arabern, und wenn wir so in
das Schloss gelangen, werden wir uns dessen bemächtigen, so Gott
will.“ Ijadh entgegnete, wisse, Abdalla, dass dein Verfahren schon bei
allen Römern und Christen bekannt ist, und die Bewohner des Landes
werden sich vor dir hüten und in Acht nehmen. Ich fürchte daher,
dass, wenn du auf diese Weise dahin gehst, die Feinde dich erkennen,
und dich und die Deinigen gefangen nehmen. Gott sagt: Gehet ihnen
nicht zu eurem Verderben entgegen, 12*) und diess wäre mit dir der
Fall.“ Jukinna sagte: „Wenn du mir dieses nicht erlaubst, so gestatte mir,
dass ich einen Streifzug in die Gegend unternehme.“ Dies bewilligte Ijadh.
Jukinna zog also mit tausend Mann in die Gegend von Arsen,
Escert, Banasa, Chisan und Maaden. Durch Gottes Fügung traf es
sich, dass der Fürst von Escert, Chisan, Banasa und Tensi mit Talun
ben Reifa Krieg führte, und sie gegenseitig ihr Gebiet verwüsteten.
Als nun die Nachricht von dem Einbruche der Araber und von der
Einnahme Miafarekin's sich verbreitete, flüchteten die Einwohner zu dem
Schlosse Talun’s, und Charaschlu, Herr der obengenannten Schlösser,
erkannte, dass er nicht im Stande wäre, sich mit den Arabern zu
messen und seine Schlösser zu vertheidigen. Scharahlu 122) nahm also
Schätze und prächtige Geschenke, und begab sich selbst zu Talun, um
mit ihm Frieden und ein Bündniss wider die Araber zu schliessen.
Unterwegs hielt er in einem Dorfe still, um auszuruhen und die Pferde
zu füttern und den Anbruch der Nacht zu erwarten. Jukinna überlistete
ihn, umzingelte das Dorf, bemächtigte sich alles dessen, was darin war,
und nahm den Patricier und alle seine Leute mit ihren Schätzen gefangen, ¬
und blieb die Nacht im Dorfe. Am folgenden Morgen liess er
sich alle Gefangenen und die Beute vorführen. Als er den Patricier
Charaschlu und seine Gefährten, die Geschenke, die Maulthiere, Pferde
und Dienerschaft sah, erkundigte er sich bei den Bewohnern des Dorfes
darnach, und erhielt von ihnen Auskunft. Von allen diesen Verhältnissen ¬
wusste Jukinna nichts, und er gab keine Antwort, sondern trug
den Bewohnern des Dorfes den Islam an; sie sagten: Herr, gewähre
uns eine Nacht Frist bis zum andern Morgen, welches er ihnen bewil¬