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Konstantin, der die Erbauung der Stadt vollendete. Seitdem führt sie
zwei Namen, Istambul nach dem Vater, und Rostantinie nach dem Sohne.
Unterdessen setzte Istambul’s Vater seine Eroberungen fort, bis er in
diese Gegenden kam; als er die Menge der Quellen und den Tigris und
die Schönheit des Ortes sah, rief er seine zwei und siebzig Patricier und
Grossen zusammen, und sagte: „Ich habe beschlossen, hier eine Stadt zu
bauen, die an Festigkeit und Stärke ihres Gleichen auf der Erde nicht haben
soll; ich wünsche daher, dass jeder von euch für sich einen Thurm und
eine Zinne baue.“ Die Grossen gehorchten; Timäus liess die Stadt abstecken, ¬
begann den Bau, und liess aus allen Theilen des römischen
Reiches Künstler kommen; jedem Anführer und Häuptling wies er einen
Thurm, eine Zinne, ein Bad und eine Kirche an. Als die Stadt vollendet ¬
war, starb, er, und die Regierung vererbte vom Vater auf den
Sohn ununterbrochen fort, bis auf diese beiden Brüder Petrus und
Johannes. “Maria verwunderte sich im Stillen über die Erzählung ihrer
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Petrus hatte einen jungen Menschen, Namens Leo, adoptirt, und
verlangte von seinem Bruder Johannes dessen Tochter Szure zur Gemahlin -
für denselben. Johannes aber schlug ihm diese Bitte ab, worüber
es zu Misshelligkeiten zwischen ihnen kam, und die Thore in der
Scheidewand wurden verschlossen. Als Maria diess sah, trat sie als
Vermittlerin zwischen den beiden Brüdern auf; sie liess die Thore wieder ¬
öffnen, und gab ein grosses Gastmahl, zu welchem sie die Brüder
einlud. Nach dem Essen wurde ihnen Wein gereicht, den sie mit Bilsenkraut ¬
hatte mischen lassen; nachdem sie getrunken hatten, verloren
sie ihre Besinnung; sie liess sie mit ihren Weibern und Kindern ermorden, -
und ward auf diese Weise unumschränkte Fürstin. Darauf
erbaute sie in Amid eine grosse Kirche, die im ganzen römischen Reiche
nicht ihres Gleichen hatte, und worauf sie sehr viel verwendete; der
Fussboden wurde mit Marmorfliesen belegt, die Wände mit vergoldeten
Pannelen versehen, und an denselben waren Vorhänge aus konstantinopolitanischem -
Goldbrokat. Dann schickte sie nach dem römischen Reiche,
und liess alle berühmten Gelehrten ihres Glaubens kommen, gab ihnen
Anstellung und überhäufte sie mit Gnade. Durch gerechte Verwaltung
und durch Vermeidung aller Ungerechtigkeit erwarb sie sich die Liebe
der Einwohner, welche ihre Tugend priesen, und ihr bereitwillig mit
ihrem Leben und Vermögen dienten; die Kaufleute kamen von allen
Orten hier her, wegen der Gerechtigkeit und guten Verwaltung, die sie
hier antrafen. Zwölf Jahre hatte sie regiert, als Ijadh ben Ganem mit
dem Heere der Moslemin vor der Stadt anlangte und sie umzingelte.