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2.3.1. Die sozio-emotionale Bedeutung von Geschwistern
Die subjektive Bedeutung von Geschwistern in Abhängigkeit von der Geschwisterkonstellation -
wurde von Furman und Buhrmester anhand eines Fragenkatalogs (Sibling
Relationship Questionnaire, vgl. Furman & Buhrmester, 1985b) erhoben. Befragt wurden -
198 Jungen und Mädchen im Alter von elf bis dreizehn Jahren. Die Kinder hatten
sowohl männliche als auch weibliche jüngere und ältere Geschwister in unterschiedlicher
Anzahl und mit unterschiedlichen Altersabständen. Die einzelnen Fragen wurden zu den
folgenden faktoranalytisch ermittelten Beziehungsdimensionen zusammengefaßt: Statusund -
Machtunterschiede Trelative status/power), Wärme und Nähe [warmth/closeness).
Konflikte sconflict) und Rivalität frivalry). Da diese vier Beziehungsdimensionen sehr
grobe Indikatoren bilden, werden zusätzlich die Ergebnisse für differenziertere
Kategorien dargestellt.
Die Geschwisterposition (älteres oder jüngeres Geschwister) zeigte einen Einfluß auf die
Status- und Machtunterschiede Trelative status/power): Altere Geschwister berichteten
häufiger über betreuendes und dominierendes Verhalten gegenüber ihren jüngeren
Geschwistern snurturance and dominance of sibling), jüngere Geschwister berichteten
umgekehrt häufiger über dominierendes und betreuendes Verhalten von seiten ihrer älteren -
Geschwister Inurturance and dominance by sibling). Dagegen zeigte die
Geschwisterposition keinen Einfluß auf die Wärme und Nähe [warmth/closeness) in der
Beziehung. Lediglich für einzelne Kategorien dieser Dimension ergaben sich Effekte:
Jüngere Geschwister nannten häufiger Bewunderung sadmiration) gegenüber ihren älteren -
Geschwistern und legten mehr Wert auf ihre Gesellschaft scompanionship) als umge
kehrt. Die Geschwisterposition zeigte zwar keinen Einfluß auf die Konflikte sconflicts),
dafür aber auf die Rivalitäten Trivalry): Altere Geschwister berichteten häufiger über
Rivalität gegenüber ihren jüngeren Geschwistern als umgekehrt. Jüngere Geschwister
berichteten häufiger als ältere Geschwister, daß die Eltern Zeit für sie haben sparental
partiality). Jüngere Geschwister berichteten außerdem häufiger, daß ältere Geschwister
Zeit mit ihnen verbringen spartiality for sibling) als umgekehrt ältere Geschwister über
gemeinsam verbrachte Zeit mit den jüngeren Geschwistern berichteten.
Der Altersabstand (über bzw. unter 4 Jahren) zeigte vor allem einen Einfluß auf die
Konflikte sconflicts). Bei geringen Altersabständen wurde über mehr Streitereien
squarreling), Feindseligkeiten santagonism) und Rivalitäten scompetition) berichtet. Bei
großen Altersabständen dagegen wurde häufiger Bewunderung sadmiration) geäußert.
Die Geschwisterposition im Zusammenhang mit den Altersabständen hatte vor allem
Einfluß auf die Dimension Status- und Machtunterschiede srelative status/powerJ. Sowohl
von älteren als auch von jüngeren Geschwistern wurde über mehr betreuendes Verhalten
Inurturance of/by sibling) gegenüber jüngeren Geschwistern mit großen Altersabständen