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Schule als spezifischer "sittlicher Zu-
6.2
stand" und die Notwendigkeit "sittlicher
Reflexion"
Die vierte Gymnasialrede ist, was den Reichtum und
die Differenziertheit pädagogischer Reflexion betrifft, -
neben der zweiten zweifellos die bedeutendste. -
Hegel erörtert in ihr
das Verhältnis der Schule und des Schulunterrichts -
zur sittlichen Bildung des Menschen überhaupt" -
(s. Hegel, G.W.F., Nbg.Schr., S. 345).
hänge doch
von der Natur dieses Verhältnisses ... die Bedeutung -
und Beurteilung mancher Einrichtungen
und Verfahrungsweisen in derselben (der Schule,
S.R.) ab" (Ebda.).
In der pädagogischen Literatur ist immer wieder das
Verhältnis von "intentionaler" und "funktionaler Erziehung" -
diskutiert worden. Nimmt man diese terminologische -
Unterscheidung auf, so kann gesagt werden,
daß "funktionaler Erziehung" bei Hegel das größere
Gewicht zukommt. Die Effizienz sittlicher Erziehung
darf nicht zu einseitig und ausschließlich von "direkter -
Absicht" (s. Ebda.) oder "unmittelbaren Belehrungen" -
(s. Ebda.) erwartet werden, ebensowenig
allerdings vom unmittelbaren "Beispiel" (s. Ebda.).
Diese Formen direkter Einwirkung dürfen nicht dazu
führen, die
"mittelbare Wirkung ... zu übersehen, welche
der Unterricht in Künsten und Wissenschaften
hierin ausübt" (s. Ebda.).
Alle diese verschiedenen Formen direkter oder indirekter -
Einflußnahme sieht Hegel aber fundiert im
"substantiellen Element" (s. a.a.O., S. 346) einer
Institution oder - im Sinne von "Ethos" - eines
Bereichs, "in welchem der Mensch lebt" (s. Ebda.),