98
2
6
Zahl der Schwingungsknoten:
à
à
f
h85 -
Töne:
Zahlen, mit deren Quadraten
11
13 u. s. w.
die Töne übereinkommmen:
7
3
5
Alle diese Töne sind, so sehr auch die Beschaffenheit der Krümmungen verschieden ist,
doch ganz dieselben, welche in dem ersten Falle ein an dem einen Ende ganz fester Stab giebt,
mit Ausnahme des ersten Tones, welcher, wie schon bemerkt worden, nicht in die Progresson
der übrigen gehört.
Will man Versuche darüber anstellen, so lege man den Stab an zwey Stellen, wo
Schwingungsknoten sind, auf nicht allzuharte Unterlagen, z. B. auf zwey mit Tuch oder einer
andern weichen Materie überzogene Stege, oder auf zusammengedrehtes Papier, und schlage
oder streiche ihn zwischen zwey Schwingungsknoten, oder an einem Ende.
1. Anm. Von der ersten Schwingungsart eines an beyden Enden freyen Stabee pflegt man bey
der sogenannten Strohfiedel (carillon) Gebrauch zu machen, es werden nähmlich Stäbe oder
schmale Streifen von Holz, Glas, oder Stahl an ihren beyden Schwingungsknoten auf zusammengedrehtes =
Stroh, oder andere weiche Unterlagen gelegt, und mit zwey Klöppeln geschlagen.
In der Oper, die Zauberslöte von Mozart, wird gewöhnlich ein dergleichen Instrument als Glockenspiel ¬
des Papageno gebraucht. In Stuttgard bedient man sich zu dieser Absicht eines mit Tasten
versehenen Instrumentes dieser Art, welches der geschickte Instrumentenmacher Hauck verfertigt hat,
bey dem ich noch ein solches Instrument antraf, das sehr gut eingerichtet war. Ich vermuthe, daß
das in Paris von Beyer vor mehrern Jahren verfertigte und in den Zeitungen sehr gerühmte
clavecin à cordes de verre, so wie auch das in England verfertigte Glasschord auch nichts anders
seyn mag.
2. Anm. Herr Doctor Pansner in Jena hat in seiner Schrift: investigatio motuum et sondrum, ¬
quibus laminae elasticae contremiscunt, Jen. 1801. 4. die hier und in meinen Entdeckungen ¬
über die Theorie des Klanges S. 10. ebensowohl der Erfahrung, als der von Daniel
Bernoulli, L. Euler, und Grafen Giordano Riccati gegebenen richtigen Theorie gemäß angegebenen ¬
Tonverhältnisse eines an beyden Enden freyen Stabes für unrichtig erklärt. Der Grund
davon liegt aber darin, daß er gegenwärtige Schwingungsarten nicht beobachtet, und ganz andere
Schwingungsarten eines Rectangelstreifen, von denen erst im siebenten Abschnitte dieses Theiles
die Rede seyn kann, mit den hier beschriebenen Stabschwingungen verwechselt hat.