fullscreen : Blätter für Rechtsanwendung (Bd. 1 (1836))

27. Samstag, den 18. Juni 1836

27.1. Studien zur Lehre von der Streitgenossenschaft

Blätter
für
RechtsanwendunL
zunächst in Bayern.
Nr. 25. Samstag, den 18. Juni 1836.
Studien zur Qhre von der Streitgenossenschaft.
II.
In manchen Fällen ist weder Gemeinschaft der
Rechte, noch Einheit des Klagegrundes vorhanden;
es findet aber gleichwohl ein solcher innerer Zu-
sammenhang der mehrern Ansprüche statt, daß die
Zulassung der Streitgenossenschaft in Frage kömmt.
Man nehme an: August Müller hat im Jahr 1830
ein Jntestatkodizill errichtet, und darin dem Eduard
Schmidt sein Landgut vermacht. Im Jahre 1833
— drei Tage vor seinem Tode — errichtet er ein
Testament, in welchem das frühere Kodizill wider-
rufen und Balduin Meyer zum Erben eingesetzt
ist. Letzterer ist, da das Testament keinen sicht-
baren Fehler an sich trägt, in den Besitz der Erb-
schaft gesetzt worden. Nun soll dasselbe aus dem
Grunde, weil der Teftirer bei der Errichtung nicht
mehr bei gesundem Verstände gewesen oder weit
er unter dem Einflüsse von Zwang oder Betrug
gestanden, von dem Jnteftaterben Sebald Müller
und dem Legatar Eduard Schmidt angefochten
werden. Es fragt sich, ob sich diese beiden In-

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