schaft. Dort macht er die Gesetze des öffentlichen
Lebens, dort ringt und strebt er, sich und seine Fähigkeiten -
zur Geltung zu bringen. Die Frau und Jungfrau -
hat ihren Platz im Hause, ihr Ehrentitel ist es,
Hausfrau zu sein, dort, in der stillen Sphäre des trauten
Hauses, soll sich ihr sinniges Walten entfalten. Die
Frauen machen die Sitte, welche am häuslichen Herd
sich ausgestaltet und dort erstarkt das gesamte gesellschaftliche -
Leben eines Volkes beeinfiußt.
Im Heidentum ist die Wahrheit erkannt aber zu
einer Unsitte und Tyrannei für das weibliche Geschlecht
ausgestaltet worden. Die Griechen gestalteten das
Frauengelaß, vom Argwohn geplagt, zu einer Art von
Kerker für die Frauen aus und unterließen nicht, einen
Wächter vor dasselbe aufzustellen. Der Mann verschloß -
das Frauengelaß mit seinem Siegel. Thucydides
giebt den Rat: „Bewahre die Jungfrau hinter vielen
Riegeln." So griff man zu Zwangsmaßregeln, um die
Tugend des weiblichen Geschlechtes zu sichern. In
Aegypten gab man den Jungfrauen keine Schuhe, um
sie am Ausgehen zu verhindern. Vielfach wurden die
Frauen einfach die „Abgesperrten" genannt. Plato
nennt die Frauen ein Geschlecht, das ein abgesperrtes,
verborgenes Leben führt. Die Aphrodite Urania des
Phidias stellte das Leben der Jungfrau dar; jie setzt
den Fuß auf eine Schildkröte, das Symbol des eingeschlossenen -
Lebens. Dies war Zwang und Vergewaltigung. -
Man wollte mit Gewalt Jungfrau und
Frau hüten, weil man nicht an ihre Tugend glaubte.
Indessen hinter Schloß und Riegel kann man wohl
Edelsteine hüten, aber nicht die Tugend des Menschen,
die weit kostbarer ist. Unter Zwangsmaßregeln hört
die Tugend des Menschen, weil er frei geboren ist, auf,
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Digtalsjerungsvortage.
irzbischöfliche Diöz
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung
lanck I
Max