fullscreen : Schmitz, Hermann Joseph: Gegen den Strom

schaft.  Dort  macht  er  die  Gesetze  des  öffentlichen
Lebens,  dort  ringt  und  strebt  er,  sich  und  seine  Fähigkeiten -
  zur  Geltung  zu  bringen.  Die  Frau  und  Jungfrau -
  hat  ihren  Platz  im  Hause,  ihr  Ehrentitel  ist  es,
Hausfrau  zu  sein,  dort,  in  der  stillen  Sphäre  des  trauten
Hauses,  soll  sich  ihr  sinniges  Walten  entfalten.  Die
Frauen  machen  die  Sitte,  welche  am  häuslichen  Herd
sich  ausgestaltet  und  dort  erstarkt  das  gesamte  gesellschaftliche -
  Leben  eines  Volkes  beeinfiußt.
Im  Heidentum  ist  die  Wahrheit  erkannt  aber  zu
einer  Unsitte  und  Tyrannei  für  das  weibliche  Geschlecht
ausgestaltet  worden.  Die  Griechen  gestalteten  das
Frauengelaß,  vom  Argwohn  geplagt,  zu  einer  Art  von
Kerker  für  die  Frauen  aus  und  unterließen  nicht,  einen
Wächter  vor  dasselbe  aufzustellen.  Der  Mann  verschloß -
  das  Frauengelaß  mit  seinem  Siegel.  Thucydides
giebt  den  Rat:  „Bewahre  die  Jungfrau  hinter  vielen
Riegeln."  So  griff  man  zu  Zwangsmaßregeln,  um  die
Tugend  des  weiblichen  Geschlechtes  zu  sichern.  In
Aegypten  gab  man  den  Jungfrauen  keine  Schuhe,  um
sie  am  Ausgehen  zu  verhindern.  Vielfach  wurden  die
Frauen  einfach  die  „Abgesperrten"  genannt.  Plato
nennt  die  Frauen  ein  Geschlecht,  das  ein  abgesperrtes,
verborgenes  Leben  führt.  Die  Aphrodite  Urania  des
Phidias  stellte  das  Leben  der  Jungfrau  dar;  jie  setzt
den  Fuß  auf  eine  Schildkröte,  das  Symbol  des  eingeschlossenen -
  Lebens.  Dies  war  Zwang  und  Vergewaltigung. -
  Man  wollte  mit  Gewalt  Jungfrau  und
Frau  hüten,  weil  man  nicht  an  ihre  Tugend  glaubte.
Indessen  hinter  Schloß  und  Riegel  kann  man  wohl
Edelsteine  hüten,  aber  nicht  die  Tugend  des  Menschen,
die  weit  kostbarer  ist.  Unter  Zwangsmaßregeln  hört
die  Tugend  des  Menschen,  weil  er  frei  geboren  ist,  auf,
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Digtalsjerungsvortage.

irzbischöfliche  Diöz
Max-Planck-Institut  für  Bildungsforschung
lanck  I
Max


            
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