Volltext : Wolf, Gottlob Theodor: Ueber die Verbindlichkeit des Eides

—  52
cher  dereinst  den  Rath  der  Herzen  offenbaren =
  und  ans  Licht  bringen  wird,  was  im
Finstern  verborgen  war,  mir  so  gleichgültig
seyn?  Finde  ich  in  meinem  Innern  nicht
Vorwurf  genug,  verlange  ich  meinem  höchsten =
  Richter  und  Zeugen  durch  Aufforderung ¬
  seines  Zeugnisses  noch  erst  ein  besonderes =
  Recht  darzubieten?  Ach!  und  wehe
dem,  gegen  welchen  Gott  zeugen  will.
Ich  mag  den  besten  Willen  haben,  und
den  Gedanken  an  Eidesbruch  und  Pflichtwidrigkeit ¬
  noch  so  sehr  verabscheuen:  Gott
ist  ja  allgegenwärtig  und  allwissend,  er
sieht  und  weiß  ja  also  auch  die  allergeringsten =
  mir  unbemerkbaren  Abweichungen  von
meiner  Pflicht,  ja,  er  kennt  meine  Gedanken =
  von  ferne.  Warum  rufe  ich  ihn  zum
Zeugen  auf?  daß  er  besonders  von  nun  an
auf  mich  Rücksicht  nehmen  solle?  Als  wenn
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer