Metadaten : Lempert, Wolfgang: Konzeptionen zur Analyse der Sozialisation durch Arbeit

-  562  -Theoretische -
  Begriffe  und  Annahmen  -  Fragen
8.1
für  die  Empirie
Wir  beginnen  mit  einer  Übersicht  über  die  Gesamtheit  der
Strukturen  und  Prozesse,  die  wir  bei  der  Analyse  der  Sozialisation -
  durch  Arbeit  berücksichtigen  möchten  (1),  stellen  dann
die  uns  interessierenden  Aspekte  der  Persönlichkeit  einerseits,
der  (Industrie-)  Arbeit  andererseits  etwas  genauer  dar  (2,  3)
und  skizzieren  endlich  globale  Hypothesen  über  das  Zusammenwirken -
  von  vorberuflicher,  beruflicher  und  außerberuflicher
Sozialisation  bei  Absolventen  einer  Industrielehre,  wie  wir  sie
untersuchen  wollen  (4).  Weil  die  Entwicklung  dieser  Absolventen
weder  auf  dem  gewählten  verhältnismäßig  hohen  Abstraktionsniveau -
  noch  nach  einer  Differenzierung  und  Konkretisierung  für
alle  denkbaren  Konstellationen  mit  einiger  Plausibilität  vorhergesagt -
  werden  kann,  tauchen  schon  hier  einige  Fragen  auf,  die
nur  empirisch  beantwortbar  erscheinen.  Weitere  Problemstellungen
für  die  Empirie  ergeben  sich  aus  einer  Konfrontation  kontroverser
Annahmen  der  ausgewerteten  theoretischen  Konzeptionen  (5).
Um  möglichen  Mißverständnissen  auch  an  dieser  Stelle  vorzubeugen,
sei  unterstrichen,  daß  wir  gesellschaftliche  Arbeits-  und
individuelle  Persönlichkeitsstrukturen  und  -entwicklungen  weder
als  solche  noch  in  der  ganzen  Fülle  ihrer  wechselseitigen  Beziehungen, -
  sondern  sehr  spezifisch  untersuchen  werden:
gesellschaftliche  Arbeitsverhältnisse  und  deren  Veränderungen -
  nur  insofern  sie  sich  differentiell  auf
die  Entwicklung  der  Individuen  auswirken  dürften,  das
heißt  durch  den  Vergleich  verschiedener  Arbeitsstrukturen
und  -biographien  (in  Relation  zu  vorberuflichen  und
außerbetrieblichen  Einflußgrößen)  als  Sozialisationsfaktoren -
  identifizieren  lassen,
Transformationen  von  Persönlichkeitsstrukturen  nur
insofern  sie  durch  Arbeits-,  Betriebs-  und  Berufssituationen -
  und  -biographien  mitbedingt  erscheinen,
das  heißt  insofern  mit  ihnen  auch  noch  im  Jugend-  und
Erwachsenenalter  gerechnet  werden  kann,  und
            
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