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Daß die Pflanzen das Vermögen haben, das kohlengesäurte ¬
Gas in seine Bestandtheile zu zerlegen, davon kann
man sich durch einen Versuch überzeugen. Man setze unter
einer mit destillirtem Wasser, unter einer mit gemeinem
Wasser, und unter einer mit kohlengesäurtem Wasser angefüllten ¬
Glocke, Pflanzen dem Sonnenlichte aus. Diejenigen
Pflanzen, welche mit destillirtem Wasser, mit gekochtem
Wasser, oder mit gemeinem Wasser bedeckt sind, werden
wenig oder gar kein Sauerstoffgas liefern. Diejenigen
Pflanzen hingegen, welche mit dem kohlengesäurten Wasser
bedeckt sind, liefern Sauerstoffgas in großer Menge an dem
Sonnenlichte, indem die Kohlensäure zerlegt wird, der Kohlenstoff ¬
derselben sich mit der Pflanze verbindet, und das
Sauerstoffgas sich entwickelt. Die Menge des Sauerstoffgas, ¬
welche sich aus Blättern von einerlei Pflanzen entwikkelt, ¬
verhält sich unter dem gemeinen Wasser, und unter
dem kohlengesäurten Wasser — 2: 528.
Herr Ingenhouß hat bewiesen: daß die Pflanzen an
dem Sonnenlichte Sauerstoffgas, und im Finstern kohlengesäurtes ¬
Gas liefern. Das letztere leugnet Hr. Senebier.
Er zeigt: daß aus den Pflanzen kein kohlengesäurtes Gas
sich entwickle, daß aber die Pflanzen, wenn sie krank sind,
Sauerstoffgas in kohlengesäurtes Gas verwandeln können,
weil in diesem Falle sich das Sauerstoffgas mit dem Kohlenstoffe ¬
verbindet, welchen die kranke Pflanze absetzt. Auch
ist alsdann dieses kohlengesäurte Gas, welches aus einer
Zerlegung der Pflanze entsteht, nicht rein, sondern mit Wasserstoffgas ¬
und mit Salpeterstoffgas gemischt.
Sollen die Pflanzen, in der Finsterniß, kohlengesäurtes
Gas hervorbringen; so wird, nach Hrn. Senebier, unumgänglich ¬
erfordert, daß sie mit dem Sauerstoffgas in Berührung ¬
seien: ein deutlicher Beweis, daß nur der Kohlenstoff,
und nicht das kohlengesäurte Gas, aus der Pflanze kommt.
Setzt man Pflanzen in Wasserstoffgas, oder in Salpeterstoffgas ¬
an einen finstern Ort: so entsteht kein kohlengesäurtes ¬
Gas; setzt man aber Pflanzen in Salpeterstoffgas
an das Sonnenlicht: so wird das Salpeterstoffgas in atmo¬