Volltext : Girtanner, Christoph: Anfangsgründe der antiphlogistischen Chemie

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Daß  die  Pflanzen  das  Vermögen  haben,  das  kohlengesäurte ¬
  Gas  in  seine  Bestandtheile  zu  zerlegen,  davon  kann
man  sich  durch  einen  Versuch  überzeugen.  Man  setze  unter
einer  mit  destillirtem  Wasser,  unter  einer  mit  gemeinem
Wasser,  und  unter  einer  mit  kohlengesäurtem  Wasser  angefüllten ¬
  Glocke,  Pflanzen  dem  Sonnenlichte  aus.  Diejenigen
Pflanzen,  welche  mit  destillirtem  Wasser,  mit  gekochtem
Wasser,  oder  mit  gemeinem  Wasser  bedeckt  sind,  werden
wenig  oder  gar  kein  Sauerstoffgas  liefern.  Diejenigen
Pflanzen  hingegen,  welche  mit  dem  kohlengesäurten  Wasser
bedeckt  sind,  liefern  Sauerstoffgas  in  großer  Menge  an  dem
Sonnenlichte,  indem  die  Kohlensäure  zerlegt  wird,  der  Kohlenstoff ¬
  derselben  sich  mit  der  Pflanze  verbindet,  und  das
Sauerstoffgas  sich  entwickelt.  Die  Menge  des  Sauerstoffgas, ¬
  welche  sich  aus  Blättern  von  einerlei  Pflanzen  entwikkelt, ¬
  verhält  sich  unter  dem  gemeinen  Wasser,  und  unter
dem  kohlengesäurten  Wasser  —  2:  528.
Herr  Ingenhouß  hat  bewiesen:  daß  die  Pflanzen  an
dem  Sonnenlichte  Sauerstoffgas,  und  im  Finstern  kohlengesäurtes ¬
  Gas  liefern.  Das  letztere  leugnet  Hr.  Senebier.
Er  zeigt:  daß  aus  den  Pflanzen  kein  kohlengesäurtes  Gas
sich  entwickle,  daß  aber  die  Pflanzen,  wenn  sie  krank  sind,
Sauerstoffgas  in  kohlengesäurtes  Gas  verwandeln  können,
weil  in  diesem  Falle  sich  das  Sauerstoffgas  mit  dem  Kohlenstoffe ¬
  verbindet,  welchen  die  kranke  Pflanze  absetzt.  Auch
ist  alsdann  dieses  kohlengesäurte  Gas,  welches  aus  einer
Zerlegung  der  Pflanze  entsteht,  nicht  rein,  sondern  mit  Wasserstoffgas ¬
  und  mit  Salpeterstoffgas  gemischt.
Sollen  die  Pflanzen,  in  der  Finsterniß,  kohlengesäurtes
Gas  hervorbringen;  so  wird,  nach  Hrn.  Senebier,  unumgänglich ¬
  erfordert,  daß  sie  mit  dem  Sauerstoffgas  in  Berührung ¬
  seien:  ein  deutlicher  Beweis,  daß  nur  der  Kohlenstoff,
und  nicht  das  kohlengesäurte  Gas,  aus  der  Pflanze  kommt.
Setzt  man  Pflanzen  in  Wasserstoffgas,  oder  in  Salpeterstoffgas ¬
  an  einen  finstern  Ort:  so  entsteht  kein  kohlengesäurtes ¬
  Gas;  setzt  man  aber  Pflanzen  in  Salpeterstoffgas
an  das  Sonnenlicht:  so  wird  das  Salpeterstoffgas  in  atmo¬
            
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