138 -Aus -
ihren Erzählungen geht hervor, daß sie mit diesem Geld
auch recht großzügig umging und sich mit ihren Kolleginnen
ein angenehmes Leben machte. Sie hätten nie Geld gehabt und
sich ständig untereinander etwas ausgeliehen. Mit dem Auftreten -
von Herrn T veränderte sich diese Situation: Er legte
für seine damalige Freundin ein Postsparbuch an, auf das sie
jeden Pfennig einzahlen sollte, der irgendwie zu erübrigen
war.
Auf die Frage, ob sie schon relativ bald nach der Bekanntschaft -
mit ihrem späteren Mann gewußt hätte, daß sie einmal
heiraten werden, antwortet Frau T: "Ach nein, eigentlich
nicht. Das war mehr so freundschaftlich. Wir mußten. Wir
haben dann nur geheiratet, weil der B unterwegs war, hauptsächlich. -
Die beiden ersten Ehejahre haben sie bei Herrn T's Eltern
gewohnt. Dies scheint, vor allem für Frau T, eine sehr konfliktreiche -
Zeit gewesen zu sein, da sie sich überhaupt
nicht mit ihrer Schwiegermutter verstand. Ihr Mann hätte
sich aus allem herausgehalten, berichtet Frau T, und sie
habe sich damals immer gleich nach dem Abendessen ins
Schlafzimmer begeben, um Ruhe vor der Familie ihres Mannes
zu haben. Frau T bemängelt an ihrer Schwiegermutter, daß
sie "altmodisch" ist, daß man sich wegen des Putzens gestritten -
habe, und außerdem habe es so etwas wie einen
privaten Bereich nicht gegeben. So war es zum Beispiel
sehr schwierig, Besuch zu empfangen, ohne daß der von der
Familie ihres Mannes sofort in Beschlag genommen wurde.
1967 zog die Familie in eine Wohnung, die nur wenige Meter -
vom Haus der Schwiegereltern entfernt ist, so daß
Herr T sich nach wie vor sehr häufig zu seinen Eltern begibt. -
Davon abgesehen geht er ohnehin jeden Abend zum Vater, -
um die tägliche Geschäftsabrechnung zu machen.