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A:
Ich möchte das auf einen Nenner
bringen, indem man sagt, der fach
lich Schwächere, der wird sich
betriebsdemokratisch orientie
ren. Jeder, der von sich glaubt,
daß er beruflich stark ist
weist die Gewerkschaften weit
von sich. Letzteres passiert
oftmals in einer ziemlicher
Selbstüberschätzung. Dann kommt
nachher das, was Sie schon andeuteten, -
wenn er nachher gefeuert -
wird, derjenige, ich
kann mich lebhaft daran erinnern, -
war in einer Diskussion
dabei, da waren ein paar Herrer
von der ULA, die versucht haben
möglichst viele Angestellten ir
ihren Club da reinzubekommen.
Die sich alle ereifert haben,
ja, wir sind ja beruflich alle
auf einer Ebene, unsere Interessen -
selbst vertreten können
Mittlerweile kenn ich, hat die
Situation sich verändert und
viele von den Herren, die damals
so rumgetönt haben, sitzen jetzt
auf der Straße. Jetzt würden sie
wahrscheinlich anders reden.
Also, die berufliche Stärke, wie
Sie sagten, die ist oft nur sehr
vorübergehend, man schätzt das
nur so ein.
Aus einer gewissen Selbstgefällig
keit heraus bestätigt man sich
noch darin, daß man von keine
Interessenvertretung gestützt
werden muß möglicherweise
Was hier unter betriebsdemokrati
scher Orientierung verstander
wird, das muß ja nicht unbedingt
jebunden sein an Gewerkschaften.
Nicht unbedingt, aber es spielt
ja in hohem Maße mit rein.
Aber hier ist ja auch erwähnt,
wieweit jemand nun im Betriebsrat -
sich beteiligt und glaubt,
von daher seine Arbeitsbedingunger
verändern zu können oder als
Vertrauensmann sich da engagieren
wird. Das kann ja unter Umständen
durchaus mit einer gewissen Ablehnung -
sogar von Erscheinungsfor
men der Gewerkschaft einhergehen.
Wissen Sie, Berlin ist die erste
Stadt, die paritätische Mitbestimmung -
hat, soviel mir bekannt
ist. Und als die paritätische
Mitbestimmung der Personalräte
zumindest im öffentlichen Dienst
durchgekommen ist, da gab es also
nicht sehr viele oder nicht wenic
Personalräte, die also sich sehl
überschätzt haben und die auch
diese paritätische Mitbestimmung
150 -A., -
ebenfalls wie S. Ingenieur, trägt
in kritischer Absicht ein gängiges
Deutungsmuster vor, das er den Vorstellungen -
von S. als Erklärung zugrunde -
legt. Die Vorstellung jedoch.
daß die Schwächeren sich betriebsdemokratisch -
orientieren und die
beruflich Starken die Gewerkschafter
weit von sich weisen, wird von A. als
"Selbstüberschätzung" und "Selbstgefälligkeit" -
interpretiert. Manche,
die gemeint hätten, zu den höherer
Angestellten zu gehören, haben inzwischen -
erfahren müssen, daß auch
ihr Arbeitsplatz nicht unbedingt
sicher ist
S. führt weitere Gründe an, die zu
einer ablehnenden Haltung gegenüber
der Gewerkschaft und der betrieblichen
Interessenvertretung führen können
Nicht wenige Personalratsmitglieder
hätten sich selbst und die Möglichkeiten -
der Mitbestimmung, die S. als
eine paritätische bezeichnet, überschätzt. -
Von den Machtkämpfen inner
halb der Gewerkschaft gelangt er danr
zur Aufstiegsorientierung der Gewerkschaftsfunktionäre. -
Während andere
sich durch Eigeninitiative fortbilden
müssen, hätten die Mitglieder des
Personalrats die Möglichkeit, im
Rahmen ihrer Tätigkeit eine bezahlte
und betrieblich sanktionierte Fortbildung -
zu erhalten. Das habe auch
zur Folge, daß Personalratsmitglieder,
die im Personalrat eine leitende Position -
innehaben, nach Beendigung ihrer
Tätigkeit nicht wieder an den "Schraubstock -
zurückgehen"
Wenn auch mit einigen Übertreibungen
beschreibt S. durchaus zutreffend einige -
Phänomene der betrieblichen Interessenvertretung -
und der Gewerkschaft;
aber er benutzt sie, um die gesellschaftliche -
Funktion der Interessenvertretung
insgesamt zu kritisieren.