Volltext : Bohnenberger, Johann G. F.: Astronomie

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Die  Größe  einer  Sonnenfinsterniß  bestimmt  man  gewöhnlich ¬
  dadurch,  daß  man  den  Durchmesser  der  Sonne  in
12  gleiche  Theile,  die  man  Zolle  neunt,  jeden  dieser  in  60
Minuten  eintheilt,  und  in  solchen  Theilen  die  Breite  des
verfinsterten  Theils  der  Sonne  angiebt.
Die  Mondsfinsterniße  ereignen  sich  nur  zur
§.  76.
Zeit  des  Vollmonds,  und  wenn  der  Mond  zugleich  in  der
Nähe  eines  seiner  Knoten,  mithin  die  Sonne  nahe  bey  dem
gegenüberliegenden  Mondsknoten  sich  befindet.  Eine  dunkle ¬
  nicht  scharf  begränzte  Scheibe  scheint  sich  von  Morgen
gegen  Abend  mit  einer  Geschwindigkeit  vor  dem  Mond  vorüber ¬
  zu  bewegen,  welche  dem  Ueberschuß  der  scheinbaren
Geschwindigkeit  des  Monds  über  die  der  Sonne  gleich  ist.
So  wohl  aus  der  Krümmung  des  auf  den  Mond  fallenden
Theils  dieser  Scheibe,  als  auch  daraus,  daß  der  Mond
zuweilen  über  1  3  Stunden  lang  ganz  verdunkelt  erscheint,
ergiebt  sich,  daß  ihre  von  der  Erde  aus  gesehene  scheinbare
Größe  die  des  Monds  beträchtlich  übersteigen  muß.  Es
wird  sich  nun  leicht  zeigen  lassen,  daß  der  Erdschatten  noch
weit  über  den  Mond  hinausreicht,  und  in  der  Gegend  des
Monds  einen  Durchmesser  hat,  welcher  mit  der  beobachteten ¬
  Dauer  seiner  gänzlichen  Verdunklung  übereinstimmt.
Durch  die  Mittelpunkte=  und  e  (Fig.  26.)  der  Sonne  und
der  Erde  sey  eine  Ebene  gelegt,  und  rt,  pq  seyen  die  grösten
Kreise  der  Sonne  und  der  Erde,  welche  durch  den  Schnitt
dieser  Ebene  mit  den  Oberflächen  der  letzteren  entstehen.
Da  der  Halbmesser  der  Erde  kleiner  ist  als  der  Halbmesser
der  Sonne;  so  werden  die  geraden  in  der  erwähnten  Ebene
liegenden  Linien  7p,  tq,  welche  die  Kreise  11,  po  berühren,
sich  in  einem  Punkt  c  schneiden,  und  dieser  wird  auf  der
Verlängerung  ec  der  geraden  Linie  es  liegen,  welche  die
Mittelpunkte  der  Sonne  und  des  Monds  miteinander  verbindet. ¬
  Man  lasse  sich  das  Dreyeck  ers  um  cs  als  um  eine  Axe
drehen;  so  wird  die  ct  eine  Kegeloberfläche  beschreiben,  deren ¬
  Spitze  in  c  ist,  und  welche  die  Oberflächen  der  Sonne
und  der  Erde  berührt.  Innerhalb  des  durch  die  Erdoberfläche ¬
  abgeschnittenen  Theils  peg  dieses  Kegels  wird  nichts
Bohnenbergers  Astronomie.
            
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