283
der Professionisten destomehr Fabrikanten
entstehen, welche nicht genöthigt sind, auf
ungewisse Spekulationen zu arbeiten.
Freylich muß aber bey dieser Verbindung
der Fall nicht zu häufig eintretten, den uns
der schon einmal angeführte Ungenannte
so lebhaft schildert, daß sich der Kaufmann
auf Unkosten des guten fleissigen
Handwerkers unbillig zu berei¬*)
Worinn besteht der wesentliche Begrif einer
Fabrike und Manufaktur. Da er Seite 51. diese
Schilderung giebt: „Ach lieber, guter Herr 3.
sagte letzthin die Ehefrau des Meisters N. bey
Ablieferung einer Arbeit zu ihrem Wohlthäter
„Ach lieber guter Herr Z. brechen Sie doch nicht
wieder ab! ich und mein Mann haben nun schon
zwey Nächte mitgearbeitet, um heute fertig zu
werden, erbarmen Sie sich! Vier Kinder, halb
nackend, und keinen Bissen Brod! ich muß ja
schon an dem zu hoch angerechneten Gelde verlieren!" =
Eine Thränenfluth erstickte ihre Stimme. =
Darauf sagte ganz gelassen der Kaufmann.
„Hier Frau, ist ihre Waare und hier mein Geld,
sie hat die Wahl! und mit solchen Worten
schweige sie, oder weiß sie was: ich führe sie
mit ihrer Arbeit zur Thüre hinaus. Seht einmal,
so ist solch Volk! man hilft ihnen fort, und
dann wollen sie noch raisonniren!" Das arme
Weib nahm das Geld, und bat, um den Herrn
wieder zu versöhnen, mit Schluchzei:, es nicht
übel zu nehmen, und — gieng.
Zehen solcher Kaufleute, sagt Dettley
Brasch, setzen Tausende in den Cstand, Salz
und Brod zu essen, indessen sie Aufern in Rheinwein =
ersäufen, und lassen sich frar ihren Edelmuth =
danken, da sie hingegen fin nichts danken.