Volltext : Weiss, Johann Adam: Ueber das Zunftwesen und die Frage: Sind die Zünfte beyzubehalten oder abzuschaffen ?

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der  Professionisten  destomehr  Fabrikanten
entstehen,  welche  nicht  genöthigt  sind,  auf
ungewisse  Spekulationen  zu  arbeiten.
Freylich  muß  aber  bey  dieser  Verbindung
der  Fall  nicht  zu  häufig  eintretten,  den  uns
der  schon  einmal  angeführte  Ungenannte
so  lebhaft  schildert,  daß  sich  der  Kaufmann
auf  Unkosten  des  guten  fleissigen
Handwerkers  unbillig  zu  berei¬*)
  Worinn  besteht  der  wesentliche  Begrif  einer
Fabrike  und  Manufaktur.  Da  er  Seite  51.  diese
Schilderung  giebt:  „Ach  lieber,  guter  Herr  3.
sagte  letzthin  die  Ehefrau  des  Meisters  N.  bey
Ablieferung  einer  Arbeit  zu  ihrem  Wohlthäter
„Ach  lieber  guter  Herr  Z.  brechen  Sie  doch  nicht
wieder  ab!  ich  und  mein  Mann  haben  nun  schon
zwey  Nächte  mitgearbeitet,  um  heute  fertig  zu
werden,  erbarmen  Sie  sich!  Vier  Kinder,  halb
nackend,  und  keinen  Bissen  Brod!  ich  muß  ja
schon  an  dem  zu  hoch  angerechneten  Gelde  verlieren!" =
  Eine  Thränenfluth  erstickte  ihre  Stimme. =
  Darauf  sagte  ganz  gelassen  der  Kaufmann.
„Hier  Frau,  ist  ihre  Waare  und  hier  mein  Geld,
sie  hat  die  Wahl!  und  mit  solchen  Worten
schweige  sie,  oder  weiß  sie  was:  ich  führe  sie
mit  ihrer  Arbeit  zur  Thüre  hinaus.  Seht  einmal,
so  ist  solch  Volk!  man  hilft  ihnen  fort,  und
dann  wollen  sie  noch  raisonniren!"  Das  arme
Weib  nahm  das  Geld,  und  bat,  um  den  Herrn
wieder  zu  versöhnen,  mit  Schluchzei:,  es  nicht
übel  zu  nehmen,  und  —  gieng.
Zehen  solcher  Kaufleute,  sagt  Dettley
Brasch,  setzen  Tausende  in  den  Cstand,  Salz
und  Brod  zu  essen,  indessen  sie  Aufern  in  Rheinwein =
  ersäufen,  und  lassen  sich  frar  ihren  Edelmuth =
  danken,  da  sie  hingegen  fin  nichts  danken.
            
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