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Zweites Buch. II. Abschn.
sprungs wegen, für dem Freien des flachen Landes
gebuͤhrte, und wenn man ihn auch mit diesem noch
in die nämliche Klasse rechnete, so gab man doch aus
dem eben beruͤhrten Grunde, dem leztern, im Zweifel,
den Vorzug.
Allein auch dieses konnte durch die Erscheinung
eines neuen Phaͤnomens, welches, so sehr es auch in
der Natur der Sache lag, doch die allerwichtigste
Folge für die neue sich bildende Klaßifikation des
Standes der Freien nach sich zog, nicht von Bestand
seyn — So lange der Freie auf dem Lande wohnte,
bedurfte er seiner Leibeigenen vorzüglich zur Kultur
seiner Besizungen, und wenige dienten ihm zur Besorgung ¬
des innern Hauswesens, zu welchem die Fertigung ¬
aller Beduͤrfnisse gerechnet wurde, sie mochten
zur Zubereitung täglichen Unterhalts, zur Vertheidigung, ¬
oder zur Bequemlichkeit gehören — Jezt veränderte =
sich das —Die -
städtischen Freien hatten
zwar auch ihre Leibeigenen bei sich, allein die erleichterte ¬
Kommunikation, und die überhaupt nach und
nach vermehrten Beduͤrfnisse aller Art verschafften diesen ¬
bald Gelegenheit, sich so viel Vermögen zu erwerben, =
daß sie sich von ihren Leibherrn haͤufig die
Freiheit erkaufen konnten. Waren sie einmal frei;
so trieben sie ihr Gewerbe auf eigene Hand, und mit
desto größerem Eifer, je mehr sie nun durch ihr eigenes, ¬
ungetheiltes Interesse angefeuert wurden Die -
auf diese Weise von allen Seiten gewekte Jndustrie =
mußte nothwendig auf die Verhältnisse des
ganzen Standes der staͤdtischen Freien den wichtigsten ¬
Einfluß haben -- Nur diejenigen Freigebornen
welche sehr beguͤtert waren, blieben der alten hergebrachten ¬
vaͤterlichen Sitte treu; blos Waffen waren
ihre Beschaͤftigung, und wenn Gelegenheit, sie zu gebrauchen, ¬
ihnen fehlte, so ruhten sie entweder von
krie=