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zerfallen und sich auflösen und die Spreu in diesen, wegen der Rauhigkeit -
dieses Lehmes, sich nicht fest zusammenbindet. Sie sollen aber
aus weißlicher Kreide-Erde, oder aus röthlicher, oder aus festgelagertem -
lehmhaltigen Sande 1) gemacht werden. Denn diese Arten
haben wegen ihrer Leichtigkeit auch Festigkeit, lasten nicht schwer in
einem Bauwerke und lassen sich leicht kneten.
2. Sie müssen aber in der Frühlings- oder Herbstzeit gestrichen
werden, damit sie gleichmäßig trocknen, denn die, welche man um die
Zeit der Sonnenwende bereitet, werden deshalb schlecht, weil die
Sonne, wenn sie die äußerste Schichte vor der Zeit heftig ausdörrt
den Schein der Trockenheit bewirkt, während das Innere nicht trocken
ist, und wenn es sich dann später durch das Trocknen zusammenzieht,
so zerreißt es das, was schon vorher erhartet war, und so werden sie
zerklüftet und undauerhaft. Noch brauchbarer aber werden sie besonders -
sein, wenn sie schon vor einem Zeitraum von 2 Jahren gestrichen
sind, denn eher können sie nicht ganz und gar austrocknen. Und wenn
daher frische und noch nicht ausgedörrte zum Bau verwendet werden,
fahren sie selbst, während der angeworfene Verputz sich bereits fest
erhärtet hat, fort, zu schwinden, können dieselbe Höhe, wie der Verputz, -
nicht behalten, und hangen, durch die Zusammenziehung ihre
Lage verändernd, nicht mehr mit ihm zusammen, sondern lösen sich von
der Verbindung mit demselben ab. Und so kann der vom Mauerwerk
abgetrennte Verputz wegen seiner Schmächtigkeit nicht für sich allein
stehen, sondern zerbricht, und die Mauer selbst, hin und wieder sich
senkend, wird schadhaft. Deshalb bedienen sich die Uticenser des
Ziegels erst dann zur Aufführung von Wänden, wenn er ausgedörrt
und bereits vor einem Zeitraume von fünf Jahren gestrichen, und
wenn durch obrigkeitliches Gutachten bestätigt ist, daß dieß sich so
verhalte.
3. Es werden aber drei Arten von Ziegeln gemacht: die eine,
welche auf griechisch die lydische genannt wird, ist die, deren man sich
bei uns bedient, ein Ziegel dieser Art ist 1½ Fuß lang und 1 Fuß
breit; aus den beiden anderen Arten werden die Gebäude der Griechen -
gebaut: von diesen wird die eine Pentadoron, die andere Tetra¬1) -
Brgl. Buch VIII. 1, 2. Anm.