I. Exkurs. 3. Abschnitt. §. 20.
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Theorie eine namhafte Förderung zu Theil geworden wäre. Götzis
hat ihnen einige Aufmerksamkeit geschenkt.
Ansaldus de Ansaldis beginnt seine Discursus legales de
commercio et mercatura (Genev. 1698) mit einer Besprechung des
Giro, als eines bis dahin noch so gut wie gar nicht behandelten Themas; ¬
er citirt u. A. Mansus, Consultat. 179. Ansaldus stellt bei
Gelegenheit der Frage, ob das Giro (eines Rektawechsels) vor ertheiltem ¬
Accepte revokabel sei, das Giro in Gegensatz zur Trassirung;
letztere sei allerdings, wie Baldus sagt, nicht ein contractus mandati, ¬
sed mercati, aber das Giro sei ein Mandat, also eine bis zur
Acceptirung widerrufliche Cession. Ansaldus versteht hier den kaufmännischen ¬
Giroverkehr nicht. Dagegen erklärt er sich für strenge
Haftung der Indossanten, für Unbedingtheit der Acceptantenverbindlichkeit ¬
und für den Wegfall aller Einreden aus des Indossanten Person ¬
gegenüber dem Indossatar.
4 Letztere Ansicht begründet er in
Anknüpfung an einen vor der Rota Romana 1686 verhändelten
Rechtsfall, 15 welcher damals viel Aufsehen erregte, und dies namentlich ¬
auch um deßwillen verdiente, weil die Rota sich dabei veranlaßt ¬
fand, von den Handelständen der bedeutenderen Plätze Gutachten ¬
einzuholen; dieselben hatten sich dahin ausgesprochen: „quod
illa verba all'ordine S. P. prae se ferunt quandam vim ac propriétatem, ¬
ut per scribentes data dicatur facultas ei, in cujus
favorem literae scriptae sunt non solum exigendi summam in eis
contentam per se, ejusque giratarium seu cessionarium, sed
étiam super eis libere contrahendi cum aliis et cuicunque vellet,
dictas literas assignandi per ricapito, ut vulgo dicitur, sine
revocabilitatis timore, utpote id gestum ita mandantibus ipsis
scribentibus.“ Auch de Luca in seinen Decisiones Rotae Romanae ¬
ad theatrum veritatis et justitiae (1699), dec. 18 — 20 (de
usuris et cambiis) theilt denselben Rechtsfall mit, und de Casaregis ¬
nimmt in seinen Discursus legales de commercio (Florenz,
1707 ed. II. 1719.), disc. 48, seinen Ausgangspunkt gleichfalls in
diesem Rechtsfalle.
Casaregis befindet sich nicht im Einklange mit der Entscheidung
der Rota, indem er, wie schon Ansaldus dies angedeutet, zwei Arten ¬
des Valutabekenntnisses unterschieden wissen will; nur in dem
13) Giro, S. 69—74.
14) Ansaldus, Discurs. I. No. 12. 15. 29. II. No. 16. 31.
15) Nach Frémery, Etudes, p. 128. soll zuerst i. J. 1690. von der Rota
Romana ein Giro anerkannt worden seyn (s. Biener, Abhandl. 1859. S.141).