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Die geschwefelte Strontianerde erhält man,
entweder durch Zusammenschmelzung beider Körper in einem
Tiegel, oder durch Zerlegung der schwefelgesäurten Strontianerde, ¬
vermittelst der Kohle. Die Lösung derselben im
kochenden Wasser kristallisirt, in große Kristallen. Diese
Lösung braust mit Kochsalzsäure und Salpetersäure, und
setzt keinen Schwefel ab. Mit dem Salpetersauren und der
übersauren Kochsalzsäure brauset sie nicht stark, und es wird
viel Schwefel niedergeschlagen. Die Kristalle sind, demzufolge, ¬
eine dreifache Verbindung, aus Strontianerde, Schwefel ¬
und Wasserstoff, und während der Zersetzung nimmt der
Wasserstoff allen Schwefel mit sich fort, welcher in der schwefelwassenstofften ¬
Strontianerde enthalten war.
Die geschwefelte Schwererde wird bereitet, wenn
man Einen Theil Kohlenstaub, mit acht Theilen schwefelgesäurter ¬
Schwererde vermischt, in einem Tiegel einer höhern
Temperatur aussetzt; so daß die Mischung glüht. Der Kohlenstoff ¬
verbindet sich mit dem Sauerstoff der Säure, und
bildet kohlengesäurtes Gas, der Schwefel aber verbindet
sich mit der Schwererde, und bildet geschwefelte Schwererde
(Schwererdeleber). Schlägt man die Lösung dieser geschwefelten ¬
Schwererde in Wasser durch eine Säure nieder,
z. B. durch Kochsalzsäure; so trennt sich der Schwefel und
fällt zu Boden, und die Lösung enthält kochsalzgesäurte
Schwererde.
Die Lösung der geschwefelten Schwererde in Wasser hat
eine dunkelgelbe Farbe. Sie setzt gelbliche, zerfließende Kristallen ¬
ab, die sich an der Luft in schwefelgesäurte Schwererde ¬
verwandeln. Die geschwefelte Schwererde leuchtet (eben
so wie die geschwefelte Kalkerde) im Finstern, nachdem sie
einige Zeit dem Lichte ausgesetzt gewesen ist. Eine Art des
sogenannten Bononischen Phosphors ist geschwefelte
Schwererde.
Die geschwefelte Alaunerde ist der Pyrophor.
Die geschwefelte Bittererde (sulfure de magnésie)
erhält man, wenn man gleich viel kohlengesäurte Bittererde
und Schwefel, in einem verschlossenen Gefäße, mit Wasser