Volltext : Girtanner, Christoph: Anfangsgründe der antiphlogistischen Chemie

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Orten,  wo  organisirte  Körper  zerlegt  worden  sind;  wo  die
Luft  feucht  und  ruhig  ist,  und  selten  erneuert  wird;  wo  selten, ¬
  oder  niemals,  die  Sonnenstrahlen  hingelangen,  dennoch
aber  keine  gänzliche  Finsterniß  herrscht:  vorzüglich  aber  in
nicht  sehr  tiefen,  und  schwach  erleuchteten,  Kellern;  in  engen,
mit  hohen  Häusern  begränzten,  Straßen.  Er  findet  sich
nur  in  der  Kalkerde  und  dem  Mergel,  vorzüglich  solchem,
der  etwas  gelbe  Eisenhalbsäure  (Ocher)  enthält.  Je  loser
die  Erde  ist,  desto  leichter  bildet  sich  Salpeter  in  derselben.
Kalkerde  mit  Thonerde  gemischt,  schickt  sich  besser  dazu,  als
reine  Kalkerde.  Zu  hohe  und  zu  niedrige  Temperatur  sind
der  Salpetererzeugung  gleich  schädlich.  Vorzüglich  leicht
bildet  sich  der  Salpeter  an  Stellen,  die  gegen  Norden  liegen, ¬
  und  jederzeit  am  meisten  nahe  an  der  Erde.  In
Schaafpferchen  und  Ställen  bildet  sich,  in  ziemlicher  Menge,
wirkliche  salpetergesäurte  Pottasche.  Der  Salpeter  bildet
sich  schneller  in  warmen  Ländern,  als  in  kalten;  in  loser
Erde,  als  in  fester;  in  trockener  Erde,  als  in  feuchter.
Wenn  man  sieben  Theile  Sauerstoffgas  mit  drei  Theilen ¬
  Salpeterstoffgas  mischt,  und  den  elektrischen  Funken
durchgehen  läßt;  so  erhält  man  Salpetersäure:  mischt  man
aber  Sauerstoffgas  und  Salpeterstoffgas,  in  den  angeführten ¬
  Verhältnissen,  und  digerirt  sie  über  Kalkerde  oder  Pottasche; ¬
  so  entsteht  nicht  eine  Spur  von  Salpeter.  Sind
beide  Gasarten  im  Zustande  von  Gas,  so  lassen  sie  sich
nicht  mit  einander  zur  Salpetersäure  vereinigen.  Man
muß  daher  dem  Sauerstoffgas  den  Salpeterstoff  in  dem
Augenblicke  anbieten,  da  er  sich  aus  den  Körpern  entwickelt,
und  bevor  derselbe  sich  noch  mit  dem  Wärmestoff  verbinden
kann.  Dieß  geschieht,  wenn  man  organisirte  Körper  in  der
atmosphärischen  Luft,  oder  in  dem  Sauerstoffgas,  faulen ¬
  läßt.
Hierzu  wird  aber  erfordert,  daß  dasselbe  Sauerstoffgas
sich,  über  der  faulenden  Masse,  lange  Zeit  aufhalte.  Es
wird  Ruhe,  Feuchtigkeit  und  mäßige  Wärme  der  Luft  erfordert. ¬
  Zu  große  Hitze  verwandelt  den  entstehenden  Salpeterstoff ¬
  zu  schnell  in  Gas;  zu  geringe  Wärme  hält  die
            
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