361
Achtzehentes Kapitel.
Von dem Spießglanze.
Die Oberfläche dieses Metalls besteht aus spießförmigen
Kristallen. Man findet es gemeiniglich geschwefelt. Das
geschwefelte Spießglanz ist leicht flüssig; es verliert, während ¬
des Fließens, seinen Schwefel, der sich in Gas verwandelt: ¬
dann säurt sich das Metall, und verfliegt auch in
weißen Dämpfen. Bei einer mäßigen Temperatur verfliegt
der Schwefel allmählig, und die Spießglanzhalbsäure bleibt
zurück; doch bleibt mit dieser grauen Spießglanzhalbsäure
immer noch etwas Schwefel verbunden. Sie schmilzt im
Feuer zu einem braunen Glase, welches eine verglaste geschwefelte ¬
Spießglanzhalbsäure ist. Die graue Halbsäure
und die verglaste Halbsäure geben mit Kohle und Laugensalz ¬
Spießglanz. Die Kohle verbindet sich mit dem Sauerstoffe, ¬
das Laugensalz mit dem Schwefel. Das Spießglanz
säurt sich leicht, wenn es in offenen Gefäßen geschmolzen
wird, und verfliegt. Daher entstehen, in verschlossenen Gefäßen, ¬
die sogenannten Spießglanzblumen, welche aber
keine Blumen, sondern eine Halbsäure sind. Diese Halbsäure ¬
schmilzt zu einem orangefarbenen, sehr schwerflüssigen
Glase. Die weiße sublimirte Spießglanzhalbsäure ist im
Wasser etwas lösbar.
Das Spießglanz säurt sich von selbst an der Luft. Die
kochende Schwefelsäure wird durch das Spießglanz zerlegt.
Es entstehen Dämpfe von schwefelsaurem Gas, es sublimirt
sich Schwefel, und es bleibt Arsenikhalbsäure mit etwas
schwefelgesäurtem Spießglanze zurück, welches
man durch Wasser leicht davon scheiden kann.
Die Salpetersäure wird zum Theil zerlegt, und der unzerlegte ¬
Theil derselben löst alsdann die entstandene Halbsäure ¬
auf. Das salpetergesäurte Spießglanz zerfließt ¬
leicht an der Luft, und zersetzt sich auf dem Feuer.
Die daraus entstehende Halbsäure ist weiß, und schwer herzustellen. ¬