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Fünfzehentes Kapitel.
Widerlegung der Einwürfe, welche gegen die Zusammensetzung ¬
des Wassers vorgebracht worden ¬
sind.
Ungeachtet, wie man aus den vorigen Kapiteln gesehen
hat, wenige Wahrheiten in der Naturlehre so augenscheinlich ¬
bewiesen sind, als die Lehre von der Zusammensetzung
des Wassers: so gibt es dennoch einige wenige Naturforscher, ¬
welche diese Wahrheit leugnen, und ungegründete
Einwürfe gegen dieselbe machen. Man darf sich hierüber
nicht wundern; denn der menschliche Geist sträubt sich gegen
alles Neue, vorzüglich dann, wann ihm die bisher angenommene ¬
Vorstellungsart schon geläufig geworden ist. Wer
daher in seiner Wissenschaft eine Revolution, durch neue
Enkdeckungen, macht, der muß auf den Beifall seiner Zeitgenossen =
Verzicht thun, und bloß von jungen Männern,
und von der heranwachsenden Generation, Dank für seine
Bemühungen erwarten. Folgendes sind die Einwürfe, mit
welchen die Lehre von der Wasser=Erzeugung jetzo noch bestritten ¬
wird,
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Erstens. Das Wasser entsteht nicht durch die
Vereinigung des Sauerstoffes mit dem
Wasserstoffe: sondern dasselbe war vorher
in den beiden Gasarten schon enthalten,
und wird durch das Verbrennen bloß abgesondert. ¬
Antwort. Verbrennt man eine Mischung von Wasserstoffgas ¬
und Sauerstoffgas: so beträgt das erhaltene
Wasser genau so viel am Gewichte, als das Gewicht der
beiden Gasarten, vor dem Verbrennen, betrug. Wenn also
das erhaltene Wasser in den Gasarten schon enthalten war,
so müssen Gas und Wasser einerlei sein. Ferner müssen
Sauerstoffgas und Wasserstoffgas einerlei sein, und beide
müssen Wasser sein. Dieß streitet aber gegen alle Erfah¬