Full text: Vitruvius: Des grossen und weltberühmten Vitruvii Architectura

Vitruvil daβ Laſt auf Laſt ruhet: dann wann ein
Theil einer Mauer, oder eine Säule
falſch ſtehet, ſo iſt es ohnmöglich, daβ ein
Werk lang beſtehen kan.

47.1.

2. Soll al-
les Sen-
kel- oder
Bleyrecht
ſeyn.

Esgibt annoch zwd Manieren die Mau-
ern zu verſtärken, das iſt, daβ man ſie
ihrer eigenen Baſt enthebe, oder auch des
Erdbodens, ſo ſie zu tragen haben.

47.1.

3. Die
Mauer
zu er-
leichtern;
ſo zwener-
led,
nemlich
I. Die
Mauer
ihrer Baſt
entladen.

Die erſte Manier die Mauern zu er-
leichtern, geſchiehet da, wo Licht iſt, als
ober den Thüren und Fenſtern. Dieſe
Erleichterung kan auf zweyerley Art ge-
ſchehen. Die erſte iſt, daβ man den
Sturz, ſo auf den Thüren und Fenſtern
die Mauer halt, alſo erleichtere; man
ſtellet nemlich neben den Gewänden zween
Pfoſten, ſo oben zuſammen lauffen, und
das Mauerwerk in die Höhe halten.

Die zwente Art iſt, daβ man ober dem
Licht und dem Sturz-Gewölbe, und die
Stein alſo zurichte, daβ fie alle gegen ei-
nem Centro oder Mittelpunct zugehen. Wann die Mauern alſo durch die Er-
leichterung beveſtiget, ſo iſt ſie dauerhaft,
und die ſo darunter ſtehet, ſeßet ſich nicht,
weil ſie auf ſolche Weiſe erleichtert wer-
den, und wann auch in die Länge ein Feh-
ler ſich äuſſern ſolte, kan man ohne Stü-
ßung helffen.

47.1.

Durch
Bögen
oder
Wölbung.

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