Volltext: Vitruvius: Des grossen und weltberühmten Vitruvii Architectura

47. 4ter Artikel.
Von den Mauern.

Die Zuſammenſetzung der Steine mit
dem Mörtel, nennet man Mauerwerk; und iſt ſiebenerley; dreyerley von gehaue-
nen Steinen welche ſind, die auf Netz
oder Fiſchers-Garn Art; die verbunde-
ne; und die ſo man die Griechiſche nen-
net: es gibt drey von rauhen und unge-
hauenen Steinen; nemlich dieſe, wo die
Stein gleiche Höhe haben; und die wo
ſie ungleicher Hühe ſind; und andre, ſo
in der Mitte ausgefüllet iſt, die ſiebende
beſtehet aus allen anderen.

47.1.

Es gibt
ſiebener-
ley Mau-
erwert.

Das Mauerwerk in Form eines Ne-
tzes, welche man geſtrickt nennen könnte,
iſt von ſolchen Steinen, ſo vollkommen am
Haupt viereckigt ſind, werden alſo ge-
ſetzt, daβ die Fugen oblique oder über-
zwerchs liegen. Die Diagonal - Linie al-
ſo, daβ die eine Bley-oder Senkelrecht,
und die andere ſetzwägig ſeye. Dieſe
Mauer iſt dem Anſehen nach die ſchön-
ſte, iſt aber dem Spalten unterworffen. Siehe Fig. A. I. Kupffers.

47.1.

I. Die
auf Netz-
Art.

Die verbundene Mauer (wie ſolches
Vitruvius explicirt) wo die Steine, ſo auf
einander geſeßt, gleich wie Ziegel, nem-
lich wo die Stein ſetzwägig zuſammen

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