Full text: Vitruvius: Des grossen und weltberühmten Vitruvii Architectura

Architectur. gebühret abgelöſcht worden, ſo iſt er feiſt
und bleibt an dem Meſſer hangen. Auch
iſt zu bemerken, daβ, wann der Mörtel an
der Kelle hangen bleibt, ſelbiger nicht recht
und wohl gearbeitet worden.

Den Sand wohl zu verwenden, muβ
man betrachten und ſehen, wozu er ge-
braucht werden ſolle. Dann ſolle ſelbiger
zum Bewurff dienen, ſo muβ er nicht,
ſo bald er gegraben worden, verbraucht
werden, ſonſten trocknet der Mürtel zu
geſchwind, und verurſachet, daβ der Be-
murff aufreiſſe. Zu dem Mauerwerk
aber, ſoll er nicht lang in der Lufft liegen,
weil die Sonne und der Mond ſolchen
alceriren, ſo daβ ihn das Kegenwaſſer
ſchmelzt, und in Erde verwandelt.

45.1.

5. Vom
Gebrauch
des San-
des.

Was die Proportion des Gands gegen
den Kalch betrifft, um einen guten Mür-
tel zu machen; ſo nimmt man drey Theil
gegrabenen Sand; zwey Theil Fluβ-oder
Meer-Sand gegen einen Theil Kalch,
und noch beſſer, wann man dem Fluβ-oder
Meer-Gand einen dritten Theil wohlge-
ſtoſſene Ziegelſtücker, ſo durchgeſiebet, zu-
ſetzet.

Die Hauptſach, ſo bey dem Mörtel in
acht zu nehmen, iſt dieſe, daβ erwohl ge-
arbeitet werde.

Die Handwerksleute waren vor alten
Zeiten in Griechenland ſo ſorgſältig, daβ

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