Full text: Vitruvius: Des grossen und weltberühmten Vitruvii Architectura

Architectur. net und weit auseinander ſtehen, ſo können
ſie dicker genommen werden.

55.1.

Die Ge-
ſchlechter
ſollen
nach den
ihnen zu
eigneten
Dronun-
gen ge-
richtet
werden.

In der That aber werden die Propor-
tionen nicht allemahl gehalten, und zwar
wird öſters an den Ioniſchen und auch
Corinthiſchen Säulen ſo geſchmeidiger
ſind, die Zwiſchen - Säulung oder Zwi-
ſchen - Spatium gleich der Toſcaniſchen ge-
machet, wann die Säulen am dickeſten
ſind.

Der gemeinſte Gebrauch aber iſt, daß
man der Säulen des Areoſtyls den achten
Theil ihrer Höhe gebe.

55.1.

Die Doris
ſche zum
Areoſtyl.

Im Dyaſtyl und Euſtyl theilet man die
Höhe in acht und einen halben Theil, mo-
don einer zur Dicke genommen wird.

55.1.

Die Ionis
ſche zum
Diaſtyl
und Eu-
ſtyl.

In dem Syſtyl wird die Höhe in neun
und einen halben Theil getheilet, wodon
einer zur Dicke genommen wird.

In dem Pycnoſtyl wird die Dicke der
Säule vom zehenden Theil der Höhe ge-
nommen.

Die Urſach dieſer derſchiedenen Propor-
tion, iſt darauf gegründet, weil man mey-
net daß das Zwiſchen - Spatium die Säu-
len, wenn ſie nach Proportion weiter aus-
einander ſtehen, derringert; derowegen
man auch für gut befunden, die Angles
oder Eck-Säulen um ein funfziges Theil
zu dergröſſern. Siehe das 2. und 3. Kupffer-Blat.

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