Full text: Adams, George: Versuch über die Elektricität

Sechszehntes Capitel. blicke durch ihre Elaſticität wieder unter beyde vertheilet: wir können daher ſchließen,

269.1.

*)
In den Mémoires de l’Acad. de Berlin, ann. 1779.

1) daß die durchs Reiben zweener Körper erregte
Elektricität deſto ſtärker ſey, je mehr der Unterſchied @zwi-
ſchen den leitenden Kräften dieſer Körper zunimmt.

2) daß zween Körper, welche gleich geſchickt ſind,
die elektriſche Materie anzunehmen und abzugeben, kein
Zeichen der Elektricität von ſich geben; nicht darum, weil
ſie nicht durch Reiben elektriſirt werden könnten, ſondern
weil das durchs Reiben geſtörte Gleichgewicht in eben dem
Augenblicke durch die Leichtigkeit, mit welcher die elektri-
ſche Materie jeden Körper durchdringt, wieder hergeſtellt
wird. Aus faſt ähnlichen Urſachen werden elektriſche Kör-
per, wenn man ſie an einander reibt, nicht elektriſiret.

Wir dürfen alſo wohl aus dieſer auf Erfahrung ge-
gründeten Theorie ſchließen, daß die Friction in allen Fäl-
len Elektricität hervor bringe, von welcher Art auch die
geriebenen Subſtanzen ſeyn mögen; und daß dieſe Elek-
tricität bisweilen nur darum nicht merklich ſey, weil ſie
ſogleich bey ihrer Entſtehung wieder verloren geht.

Alle Subſtanzen, welche an einem Körper gerieben
werden, der die elektriſche Materie mit mehr oder weniger
Schwierigkeit durchläßt, als ſie ſelbſt, geben Zeichen der
Elektricität; alſo ſind die Metalle eben ſo wohl für ſich
elektriſch, als Glas und Siegellak.

Da alſo das Reiben allezeit und in allen Fällen
Elektricität hervorbringt, ſo findet zwiſchen der Erzeu-
gung der Wärme und der Erregung der Electricität eine
vollkommene Aehnlichkeit ſtatt.

270. Ferner ſind die Wirkungen der Elektricität den
Wirkungen der Wärme ähnlich.

Die Wärme dehnt alle Körper aus. So beweißt
die Wirkung der elektriſchen Materie aufs Thermometer
ebenfalls die ausdehnende Kraft derſelben; und wenn wir
dieſelbe nicht in allen Fällen bemerken, ſo geſchieht dies

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