Full text: Adams, George: Versuch über die Elektricität

253. 210. Verſuch.

Er hatte in die weite Röhre ſeines Luftthermome-
ters etwas gefärbtes Waſſer gegoſſen, ſtellte die beyden in
der Röhre befindlichen Dräthe mit einander in Berüh-
rung und ließ eine ſtarke elektriſche Ladung von ohngefähr
30 Quadratfuß belegter Fläche hindurchgehen, welche
aber keine Ausdehnung der Luft hervorbrachte, und alſo
zeigte, daß die Dräthe bey dem Durchgange der elektri-
ſchen Materie nicht erhitzt wurden. Standen aber die
Dräthe etwa zween Zoll weit von einander, ſo ward die
Luft durch die Entladung einer Drey – Pinten – Flaſche
merklich verdünnet und ausgedehnet. Der Schlag aus
einer Flaſche, welche ohngefähr 5{1/2} Gallons enthielt, ver-
anlaſſete eine ſehr beträchtliche Ausdehnung der Luft; und
der aus einer Batterie von 30 Quadratſchuh belegter
Glasfläche würde das Waſſer in der kleinen Röhre bis
ganz an die Spitze hinauf treiben. Wenn die Luft ſich
nicht weiter ausdehnet, ſo bleibt die Waſſerſäule einen
Augenblick ſtehen, bis ſie mit der verdünnten Luft im
Gleichgewicht iſt; alsdann fällt ſie wieder nach und nach
bis an ihren vorigen Ort, indem ſich die Luft abkühlet. Wenn man genau bemerkt, in welcher Höhe das Waſſer
zuerſt ſtehen bleibt, ſo kann man den Grad der Verdün-
nung leicht beſtimmen.

254. 211. Verſuch.

Man nehme eine Glasröhre, etwa 4 Zoll lang und
{1/4} Zoll im Durchmeſſer, welche an beyden Enden offen iſt; befeuchte ihre innern Wände mit zerfloſſenem Weinſteinöl
(Oleum Tartari per deliquium), ſtecke zwey Stücke
Kork in die Enden der Röhre, und durch jedes einen
Drath, ſo daß die Enden der Dräthe innerhalb der Röhre
ohngefähr {3/4} Zoll aus einander kommen. Den einen
Drath verbinde man mit der äußern Belegung einer gela-
denen Flaſche, und den andern mit dem Knopfe derſelben,
ſo daß die Entladung der Flaſche durch die Röhre geht;

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