Full text: Adams, George: Versuch über die Elektricität

221. Dreyzehntes Capitel.
Von der Ausbreitung und Zertheilung flüßiger
Materien durch die Elektricität.

Wir ſind die Kenntniſſe des Gegenſtandes, der den
Inhalt dieſes Capitels ausmacht, größtentheils
dem Abt Nollet ſchuldig, welcher dieſe Materie mit
unglaublichem Fleiße und anhaltender Gedult unterſucht
hat. Ich habe hier bloß die vornehmſten Reſultate ſei-
ner Verſuche anführen können, und muß die Leſer, in Ab-
ſicht auf umſtändlichere Nachrichten, auf Nollet’s eig-
ne Schriften oder auf des D. Prieſtley Geſchichte der
Elektricität verweiſen.

Die Electricität vermehrt die natürliche Ausdün-
ſtung flüßiger Materien; alle flüßige Körper, mit wel-
chen man den Verſuch angeſtellt hat, nur Queckſilber und
Oele ausgenommen, haben dabey eine Verminderung er-
litten, die man keiner andern Urſache, als der Elektrici-
rät, zuſchreiben konnte.

Sie verſtärkt auch die Ausdünſtung derjenigen flüßi-
gen Materien am meiſten, welche von Natur leicht zur
Ausdünſtung geneigt ſind. Flüchtiger Salmiakgeiſt ver. liert mehr, als Weingeiſt, dieſer mehr als Waſſer u. ſ. w.

Die Elektricität wirkt am ſtärkſten auf flüßige Ma-
terien, wenn die Gefäße, worinn ſie ſich befinden, Lei-
ter ſind. Die Ausdünſtung war am ſtärkſten,
wenn die Gefäße große Oefnungen hatten, ſie nahm aber
nicht im Verhältniß der Oefnungen zu. Inzwiſchen be-
wirkt die Elektricität nie eine Ausdünſtung durch die Zwi-
ſchenräume der Metalle oder des Glaſes.

Um dieſen Grundſätzen noch mehrern Umfang zu
geben, ſtellte der Abt Noilet eine große Anzahl Verſu-
che mit elektriſirten Haarröhren an, und fand, daß der

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