Volltext: Adams, George: Versuch über die Elektricität

Zwölftes Capitel. geriebene Stange Siegellak oder eiven andern geriebenen
elektriſchen Körper gegen die meſſingene Haube E F
bringet.

217. Allgenteine Geſetze, aus den Verſuchen mit dem
elektriſchen Drachen hergeleitet.

1) Es ſcheint allezeit einige Elektricität in der Luft
zu geben. Ihre Elektricität iſt allezeit poſitiv, und weit
ſtärker bey kaltem als bey warmem Wetter; auch iſt ſie
keinesweges in der Nacht geringer, als am Tage.

2) Die Gegenwart der Wolken vermindert gemei-
niglich die Elektricität des Drachens; bisweilen hat
ſie gar keinen Einfluß auf dieſelbe, und ſehr ſelten ver-
ſtärkt ſie ſie ein wenig.

3) Wenn es regnet, iſt die Elektricität des Dra-
chen mehrentheils negativ, und ſehr ſelten poſitiv.

4) Das Nordlicht ſcheint auf die Elektricität des
Drachen keinen Einfluß zu haben.

5) Der elektriſche Funken, den man aus der Schnur
des Drachen oder aus einem damit verbundenen iſolirten
Leiter ziehet, iſt, beſonders wenn es nicht regnet, ſehr ſel-
ten länger als {1/4} Zoll, aber außerordentlich ſtechend. Wenn
der Zeiger des Elektrometers auch nicht höher als 20°
ſteht, ſo wird die Perſon, die den Funken ziehet, dennoch
denſelben bis in die Schenkel ſühlen; er iſt alſo mehr dem
Schlage einer geladenen Flaſche, als dem Funken aus
dem erſten Leiter einer Elektriſirmaſchine ähnlich.

6) Die Elektricität des Drachens iſt überhaupt ſtär-
ker oder ſchwächer, je nachdem die Schnur länger oder
kürzer iſt, doch bleibt ſie nicht in Proportion mit der Län-
ge der Schnur. Wenn z. B. die durch eine Schnur von
100 Yards erhaltene Elektricität den Zeiger des Elektro-
meters bis 20° erhebt, ſo wird ihn die durch eine doppelt
ſo lange Schnur herabgeleitete nicht höher als auf 25°
erheben.

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