Full text: Adams, George: Versuch über die Elektricität

Eilftes Capitel. Firnis überzogene Tafel u. dgl. Da die Oberfläche ſolcher
Körper keine Elektricität annimmt, oder wenn ſich auch
einige daran hinge, ſie wegen ihrer halbleitenden Natur
bald wieder verliert, ſo können ſie nicht zu Elektrophoren,
wohl aber zu Condenſatoren der Elektricität gebraucht
werden.

Inzwiſchen muß man ſich bey der Auswahl ſolcher
Platten wohl hüten, daß man nicht allzufreye Leiter oder
ſolche Körper wähle, die durch den Gebrauch gute Leiter
werden, weil es ſchlechterdings nothwendig iſt, daß die
Elektricität beym Uebergange über ihre Oberfläche be-
trächtlichen Widerſtand finde. Wenn man eine ſolche
Platte durch Trocknen, oder auf andere Art, zubereitet,
ſo iſt es weit beſſer, ſie der Natur der elektriſchen Körper
näher zu bringen, als ihr zu viel von den Eigenſchaften
der Leiter zu laſſen. Eine wohlgetrocknete Marmorplatte
oder hölzerne Tafel thut ſehr gute Dienſte und iſt allen
andern Platten vorzuziehen; ſonſt iſt aber auch die Platte
eines Elektrophors ſelbſt beſſer, als alle unzubereitete
Körper.

Auch die ſchlechteſte Sorte von Marmor, wenn ſie
mit Copal- Bernſtein- oder Lackfirniß überzogen, und auf
kurze Zeit auf einem Ofen erwärmt wird, thut die beſten
Dienſte, auch ohne bey jedem Verſuche beſonders erwärmt
zu werden. Dies, könnte man ſagen, hieße ſie zur Na-
tur eines Elektrophors zurückbringen: denn Marmor,
Holz u. dgl. wenn es überfirnißt und erwärmt wird, läßt
ſich durch ein ſehr gelindes Reiben, und oft ſogar durch
das bloße Aufſetzen einer Metallplatte elektriſch machen; allein eben um dieſes zu verhüten, darf man dieſe Platten
beym Gebrauch nicht erwärmen.

Die Vortheile, welche Platten von dieſer Art vor
dem gewöhnlichen Elektrophor voraus haben, ſind folgen-
de: 1) Daß der Firniß allezeit dünner iſt, als die ge-
wöhnliche Harzſchicht eines Elektrophors. 2) Daß er

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