Volltext : Leibniz, Gottfried Wilhelm: Des Freyherrn von Leibnitz kleinere philosophische Schriften

seiner  Harmonie  wider  Baylen.
85.
wäre  zusammen  gesetzet  worden.
Denn  eine  iedwede  vorhergehende  Bayle
Empfindung  hat  ihren  Einfluß  in  die
folgenden;  und  zwar  zu  Folge  eines  Gesetzes ¬
  der  Ordnung,  das  da  in  den  Empfindungen =
  eben  so  wie  in  den  Bewegungen ¬
  ist===Weil  die  Empfindungen, =
  welche  sich  in  einerley  Seele  zu  einerley ¬
  Zeit  zusammen  befinden,  eine  in
der  That  unendliche  Menge  kleiner  ununterscheidlicher ¬
  Gedanken,  welche  die
Folge  oder  die  Ordnung  aus  einander
setzen  muß,  in  sich  fasset:  so  muß  man
sich  über  die  unendliche  Mannigfaltigkeit ¬
  von  demjenigen,  was  mit  der  Zeit
aus  ihr  hervorquellen,  und  sich  aus  einander ¬
  setzen  kan,  nicht  verwundern.  Alles ¬
  dieses  ist  nur  eine  Folge  aus  der  repræsentativen ¬
  oder  abschildernden  Natur
der  Seele:  die  da  nicht  allein  das,
was  in  ihrem  Koͤrper  vorgehet  und  kuͤnftig ¬
  vorgehen  wird;  sondern,  vermoge
der  genauen  Verbindung  und  Übereinstimmung ¬
  aller  Theile  der  Welt,
auch  auf  gewisse  Mase  dasjenige,  was
in  allen  andern  Koͤrpern  sich  ereignet
ausdrucken  und  abbilden  soll.  Jch  habe
nicht  vieles  hierwider  einzuwenden:  ich  füͤge  nur
hinzu,  daß  diese  Hypothesis  des  Herrn  von
Leibnitz,  wann  sie  wohl  aus  einander  wird
gesetzet  und  eröriert  worden  seyn,  das  wahre
Mittel
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