Volltext : Leibniz, Gottfried Wilhelm: Des Freyherrn von Leibnitz kleinere philosophische Schriften

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seiner  Harmonie  wider  Baylen.
Herrn  von  Leibnitz  das,  was  in  einer =
  ieden  Substanz  wirkend  oder  thä=  Bayle
tig  ist,  etwas  sey,  so  auf  eine  wahrhafte  Einheit =
  in  der  Zergliederung  muß  zurück  geführt
werden.  Weil  dann  der  Körper  eines  ieden
Menschen  aus  vielen  Substanzen  zusammengesetzet =
  ist;  so  muß  eine  iedwede  einen  innern
Grund  ihrer  Geschäftigkeit  haben,  der  da  von
dem  innern  Grund  der  Thätigkeit  einer  jeden
andern
D  4
einem  höheren  Grade  müssen  bewundert  werden.
Und  würde  mir  es  lieb  seyn,  wenn  der  Herr
Bayle  sich  die  Mühe  gegeben  hätte,  seine  Einwürfe =
  in  ordentliche  Vernunftschlüsse  zu  bringen.
Die  vorherbestimmte  Harmonie  fasset  das  ganze
Weltgebäude  und  alle  seine  Hauptveränderungen =
  in  sich.  Ein  iedwedes  Wesen  ist  vermittelst
derselben  ein  für  allemahl  dem  Zusammenhang
mit  allen  andern  Dingen  gemäs  eingerichtet  worden. =
  So  ist  es  also  in  der  That  offenbahr,  daß
die  zufälligen  Dinge  eben  so  wenig  vermögend
sind,  die  vorherbestimmte  Harmonie  zu  verwirren; =
  so  wenig  sie  die  Vorsehung  GOttes  von
der  Welt  ausschliesen  können:  denn  GOtt  hat
dieselben  alle  vorausgesehen  und  in  Betrachtung
gezogen.  Die  Epikureer,  welche  sonst  wider  die
Göttliche  Vorsorge  gestritten;  und  einige  andere ¬
  Weltweisen  und  Theologen,  die  der  Gottheit =
  die  vollständigste  Einsicht  und  völlige  Verfassung =
  der  Dinge  nach  ihren  kleinsten  und  geringsten =
  Theilen  abgesprochen  haben,  sind  auf  eben
dergleichen  Schlüsse  gerathen.  Sie  haben  ohne
genugsamen  Grund  geglaubet,  daß  die  Unendlichkeit =
  GOttes  nicht  gros  genug  sey,  alle  Dinge, =
  nach  ihren  mindesten  Theilen  und  Umständen, =
  einzusehen  und  zu  besorgen.
            
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