Volltext : Leibniz, Gottfried Wilhelm: Des Freyherrn von Leibnitz kleinere philosophische Schriften

5a  Von  Leibnitz  lezte  Verthaidigung
schen  ihren  ununterbrochenen  Fortgang
Bayle  behalte.  Dieses  wird  um  so  viel  stärker, =
  wenn  mian  überleget,  die  unendlich  mannigfaltige =
  Arten  und  Gesetze,  wornach  so  viele
Gliedmasen  in  einander  Wechselsweise  wirken; ¬
  indem  so  unzehlig  viele  kleine  Körpergen
sie  umgeben,  welche  bald  kalt,  bald  warm,
bald  trocken,  bald  feucht  und  allezeit  so  beschaf.
fen  sind,  daß  sie  ihre  Kraft  äusern,  und  die
Nerven  auf  diese,  oder  auf  eine  andere  Art
anreizen.  Meine  Meynung  ist,  daß  die  Vielfältigkeit =
  der  Gliedmasen  und  die  Mannigfaltigkeit =
  der  Dinge  von  ausen,  die  in  sie  hinein
wirken,  ein  nothwendiges  Jnstrument  sey,  wodurch =
  die  unendliche  Vielfältigkeit  der  Veränderungen =
  des  menschlichen  Körpers  kan  erhalten =
  werden.  Wie  aber?  vermag  denn  auch
wohl  diese  Mannigsaltigkeit  eine  so  genaue
Nichtigkeit,  als  bey  diesem  Systema  nöthig
ist,  zu  beobachten?  Wird  sie  wohl  niemahls
die  Ubereinstimmung  der  Veränderungen,  welche =
  in  dem  Körper  und  der  Seele  vorgehen,
verwirren?  Dieses  scheinet  ganz  unmöglich  zu
seyn.  (1)  Es  ist  zu  merken,  daß  nach  dem
Herrn
(1)  Warum  ist  es  so  unmöglich?  Es  wäre  nöthig
diesfals  einen  Beweis  anzuführen.  Alles  /  was
man  hier  vorbringet,  beruhet  auf  einer  Vergröserung =
  der  Sache,  wodurch  man  die  Schwierigkeiten =
  keinesweges  vermehret;  sondern  nur  so
viesauswirter,  daß  die  Kunstwerke  Gdtes  in
einem
            
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