Full text: Cardano, Girolamo: Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

Von mancherlei wunderbaren vor angezeigtiſt. Solliches zeiget auch an/ das man in den kalten landen/
in Franckreich weyß ſtein an ſtatt des mißt ſeyet. Auß dem entſthat das die
waſſer von dem gyps verderbt vnnd vngeſund werden. dann wann du es
kocheſt/ ſo entſthond groſſe blaateren/ die man ſchwerlichen wider zerthei-
len mag/ vnnd hanget der gypß am geſchirr.

Es wirt auch alſo der lufft verderbt/ vñ entſthet von beyden ein ſchwey
ſſige peſtilentziſche kranckheyt/ von wölchem wir in dem bůch der Erfarnuſ
ſen geſagt habend. Auß diſer ſteynen dünnen feüchtigkeyt wirt auch bley/
nammlich weyß bley/ weil der gyps feücht vnnd kalt iſt. Es werden auch
dardurch der menſchen natur vnnd geberden etwas verkeeret. dañ die ſeind
etwas raucher/ grauſammer/ halßſtarriger/ vnnd vnſtanthafftiger.

Es ſeind aber vnder den vnfruchtbaren Inſlen/ ettliche durr/ ettliche
ſteynen/ ettliche gar rauw. die fruchtbaren aber ettliche voll geſchweblet
bäch/ etliche voll gypß. dañ an den hitzigen orthen ſeind die klein/ vnd wañ
kein rägen vorhanden/ gar dürr/ vnnd wölche an kalten orthen/ ſeind nitt
gekochet. Die fruchtbarẽ aber in wölchen kein ſaltz vermiſchet iſt/ ſind voll
bäch. Deßhalben wölche auß weichen ſteynen oder erden/ die ſeind der gelei
chen. wir habẽ aber von deren vrſachen im bůch der ewigen heimligkeyt geſa
gt. Diſe habend jr natur/ noch der ſteynen vnd erden art. Britannien iſt ſo
gar voll hartz vnnd bäch/ das nitt allein die ſteyn/ ſonder auch die erdẽ brẽ-
net/ wölche man mitt dem heidkraut auß ſcharret/ vnnd auſſerthalben der
ſtatt Nouocaſtrum mit hauffen behaltet. diſe brauchend ſie zů dem feüwr/
vnnd die heüſſer zů tecken/ an ſtatt der zieglen. die wurtzel von dem kraut
diened darzů/ das es das feüwr annim̃et. wie wir auch in Engellãd rittẽd/
do zitteret die erden nitt ein kleines/ wie wir von Amulchonen ghen Lifco
nem kamend.

12.1.

Fiererley in
ſlen.

Ich hab die vrſach vermercket das nitt die erden hol/ ſonder ſchwartz ge-
weſen/ wie ein lärer ſchwom̃. dañ es brennet daſelbſten die erden/ vnnd iſt
ein ſolliche menge der ſteinen in Schotten ſo da brennen/ dz mã die vyl wöl
ffler bey inen kauffet/ dañ bey vns das holtz. weil aber die erden vyllufft in
jren hatt/ iſt ſie holechtig/ vnnd widerſcheinet/ das man meinet ſie zittere. Sie iſt auch waſſerecht darum̃ ghond mehr dämpff harfür/ dañ ſtein. doch
ſeind etliche ſtein ſo gar on waſſer/ dz ſie kein rauch geben. dañ wir habẽd in
anderen büecheren angezeigt/ das der rauch auß einer feüchtẽ wäſſere wirt. Es iſt noch ein andere vrſach diſes zitterẽs/ nam̃lich die zähe. dz es ein mal
niderſitzet wie die tröberen/ vnnd demnach wann es leichter wirt/ wider
kommet.

Wie ghet es aber zů das in etlichen landen diſes oder yenes nitt gefundẽ
wirt/ als in Neaplaß die heüwſchrecken/ in Creta die nachteülen? es iſt ge-
wüß das die eſel in den gantzen kalten landen nitt werden. dann weil diſes
thier von natur kalt/ verleüret es ſein krafft/ wirt vnfruchbar vnd klein/
fürnemmlichen weil es den leüten dienen můß. dann in diſen orthen leidet
das hirn am allermehrſten. Das überig kom̃et nitt harfür/ weil es kein na-
rung hatt. das ander/ die weil es nitt ſtarck iſt. deßhalben werdẽ ſie auch võ
allen anderẽ krefftigen vrſachẽ außgetilcket. Etliche dz ein groſſer hauffẽ {der}
thieren vorhanden/ wölche ſeiner art feind ſeind/ alſo dz ſie allgemach ab-
ghond. Ettliche aber das ſie allein an gewüſſen orthẽ harfürkom̃end als die
Rhinocerotẽ/ Monoceroten vñ einhorn auch vyl andere. widerum̃ etliche/

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