Full text: Cardano, Girolamo: Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

Von mancherlei wunderbaren habend allein/ daß ſie minder gebärend/ was nit faſt feücht/ das es minder
möge volbracht werden. deßhalben ſeind das dürr vnd das kalt priuatio-
nes des weſens/ vñ nit qualitates. Darumb was mäſſigklichen beyde qua
litates hatt/ die habend auch ein ſympathia vnd gleichförmigkeit in ihnen. als do ſeind die ding/ ſo an geſtalt vnd alter einanderen gleich ſeind/ dem-
nach allein an geſtalt/ oder auch der geſtalt nach/ als ein menſch mit einem
hund oder roß. dañ der menſch wirt durch des roß athem erhalten vor der
peſtilentz/ es wirt auch von einem hündlin/ wañ man den vff den magen
legt/ die töuwung gefürdert.

9.1.

Allein zwo er
ſte qualiteten.

Die dritt ſympathia vnd gleichförmigkeit kommet von gleiche der ſub-
ſtantz vnd weſens här/ alſo erbarmet ſich ein menſch über den kranckẽ men
ſchen/ es wirt auch das lebẽ eines kinds/ von dem leben eines ſtarckẽ mañs
geendert. Es werden auch des einen geſchwer allein durch des andern athẽ
geheylet/ als etwan ſonſt geſagt worden. Diſes iſt aber vyl heiterer in der
anthipathia vnd widerwertigkeyt. deßhalben ſo man von deren ein exem-
pel nimmet/ kan niemand mehr zweifflen.

9.1.

3

Die vierdte gleichförmigkeit iſt deren/ ſo von einer vrſach har kommen/
alſo beſchicht das ihren vyl ſich nach einem richtẽ (das ſag ich allein der Co-
meten halben) vnnd ihren worten in allem glaubend/ ob ſie ihn wol nit er-
kennend. Alſo bekümmeret ſich ein brůder vonn wegen des abweſenden
brůders vnfal/ darumb das ſie von gleichen eltern erboren ſeind. dann was
wir vermeynend durch die weite vnderſcheyden zůſein/ ſeind inn der ſub-
ſtantz eines/ vnnd betreügt vnns inn dem der ſinn. alſo das auch ihren vyl
von mir gewarnet/ ſolliche einigkeit/ ſo an vnderſcheidlichen ohrten/ vnd
vorauß ſo weit von einanderen gelägen/ nit verſthon mochtend/ dañ durch
die exempel. Dergleichen iſt auch zwiſchen der ſeügammen kind/ vnd das
ſo ſie allein ſeüget.

9.1.

4

Die fünffte iſt/ zwiſchen dem gebietenden vnd dem dienenden/ als dem
hertzen vnd den anderen glideren/ zwiſchen der Soñen vnnd dem anderen
geſtirn. dañ es laßt ſich anſehen/ als wañ eines mit dem andern mittleiden
hette/ dañ ſie nemmend den gröſten theyl jrer krefften von dem.

9.1.

5

Die ſechßte iſt zwiſchẽ der ſpeiß vnd narung/ vnd dem das erneret wirt. darumb zeücht ein jedes gewächs an ſich/ was ihm wol dienet/ alſo daß die
feygen bonen die erden ſeübern von der bitterkeyt. vnd ſolliche einhällig-
keit wirt am mehrſten geſpürt an den thieren.

9.1.

6

Die ſiebẽd iſt die werme eines yeden/ gegen dem durch wölches ſie erhal-
ten wirt. alſo ſähend wir daß das feüwr/ ob es wol nit läbt/ ſich neyget wie
die lebendigen gegen dem theyl/ da die narung iſt/ vnnd ſtrecket ſich wun-
derbar zů deren auß.

9.1.

7

Die achteſt iſt von wegen gemeyner einigkeit/ durch wölche die werme
mitt der feüchte vereinbaret/ die leichte vnd trockne an ſich zeücht. Alſo zie
hend der agſtein/ der adamant/ vnnd der merhentheil alle edle geſtein/ die
haar vnnd ſpreiſſen ann ſich/ wann man ſie auff einem tůch reibet/ diſe al-
le ſind einandern gar gleichförmig/ dann wie inn dem mentſchlichen cörper
alles mitt einandern ſtimpt/ vnnd das auß mancherley vrſachen/ alſo be-
ſchicht auch in der Welt. Die ſeel vergleicht ſich dem him̃el/ das hertz dem
liecht vnnd glaſt/ wie der himmel alles enderet/ alſo thůt die ſeel dem leib/
vnnd wie der leib beküm̃ert iſt wañ das hertz leidet/ alſo beſchicht der Welt

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