Full text: Cardano, Girolamo: Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

ſachen/ Das ſiebend bůch. pffen ſpitzen verwaret. Sonſt iſt der Paſtinaca ein ebner fiſch wie der Raia. Deſſen ſeind zwo arthen. die ein hat ein ſpitzeren kopff/ die ander ein breitte
ren/ wölche man von gleich förmigkeit deß haupts ein garttenkrott neñet. Es iſt ein kröſpelechtiger fiſch/ ſo kein zän hatt/ doch iſt ſein maul von dem
aller hertteſten bein geordnet/ hatt ein langen ſchwantz vnnd iſt faſt geflü-
glet. der gradt ſthet im ſchwantz/ vnd iſt etwas lenger dañ ein zwerch hand/
ſo hin vnnd wider ſcharpffe ſpitz hatt/ die ſich gegen dẽ haupt richten. Man
heylet deſſen ſtich allſamen mit dem feüwr/ oder ſchrepffhörnlinen. dañ diſe
ziehen das gifft harauß vnd verzeerẽ es auch. Der Torpedo oder zitterfiſch
aber machet mit ſeiner anrürung allein/ daß alle ding gefreürt. die krafft li
get im gefider/ wölche auch mit anglen verwaret ſeind. Er weißt ſein arth
wol/ vnd verbirgt ſich in das ſand als wann er todt were/ damit er die für-
farende fiſch betriege. dann diſe meinen er ſeye todt/ vnd zerziehen jhn/ wer
den alſo fahende gefangen.

45.1.

Paſtinae o-
der angel-
fiſch.

Aphroſideus zeigt an/ daß die Trigla oder Meerbarben durch ein verbor
gene vrſach deſſen gifft zůwider ſeye. Er iſt darumb Trigel geneñet/ dz er in
einem iar zům drittẽ mal iunge hat/ die Latiner heiſſen jhn Mullen. er hat
alſo durchſichtig ſchüppen/ daß er/ wañ er ſterben můß/ zům offtermalen
ſein farb verendret. Es ſeind deſſen dreyerley arthen/ on bart/ bartechtig/
vnd rauch. ſie haben allſamen ein wolgeſchmackt vñ gůtt fleiſch. aller krafft
iſt wi{der} das gifft/ vorab ſo im meer iſt. dañ er macht alles vnkrefftig. So ei-
ner von dẽ Torpedo verletzet were/ heilet es jhn vnd bringt jhm ſein krafft
wider. Man vermeinet daß die Mullen allerley krafft ſchwecheren/ auch {der}
gůtten dingen/ die augen/ aderen/ vnd die Venus oder beyſchlaff/ vorab
ſo man diſen auß wein trincket. es wirt auch die frauw vnfruchtbar/ ſo von
diſem wein trincket/ alſo iſt er auch dem gifft zů wider/ wañ man in trinckt. Er frißt auch allein on allen ſchaden die meerhaſen/ vñ begegnet jhm nicht
böſes daruon/ dañ daß ſein fleiſch etwas weicher wirt. Der vnbartig iſt ſchö
ner/ dann die anderen. dañ er hat ein rote farb/ ein großen kopff/ mit ſtern
linen fein bezieret. am ruckẽ hat er zwo ordnungen/ {der} gar ſpltzen beinen/ vn
der wölchẽ dz/ ſo gebogẽ iſt/ faſt in der mitte ſthet. In diſer hüle hat er auch
ein gefider mit ſcharpffen ſpitzẽ/ doch iſt ſie klein vnd rotfarb. auff diſes vol
get nach ein andere/ biß zů dẽ ſchwantz/ als wañ es weicher haar were. Der
rucken wirt überzwerch/ biß zů dem bauch mit ſtrichen vnderſcheiden. das
maul iſt innwendig Cinnaber farb.

45.1.

Trigel oder
Meerbarbenn
krafft.

Das gefider iſt der mehrtheil mancherley farb/ wie auch die federẽ an den
vöglen/ dieweil ſie einer trocknẽ natur/ darumb ſeind etlich weiß/ gäl/ rot/
blauw/ vnd mancherley farb. Auß gleicher vrſach werden auch flecken an dẽ
thierẽ/ wie an der Torpedinen arth/ ſo fleckechtig genennet wirt. Dann di-
ſe haben allein viererley arthen/ vn{der} wölchen eine fünff ſchwartz fleckẽ hat/
nit in ein circkel/ ſon{der} in fünff eck gar zierlich geſtellet. Die eigentliche vr-
ſach kom̃et von {der} zaal har/ dañ ſo man eines krüm̃et/ machet es zwey/ wañ
man diſes zů allen theilen gleich beügt/ machet es viere/ wann man es aber
nit gleich krüm̃et/ kom̃en drey darauß. Alſo kom̃en auß dreyen fünffe/ vnd
wirt auß einer geſtrackten linien ein fünffeckete figur/ dieweil ſich der fleckẽ
ſo am rucken ſthet/ nit dopplet. alſo kom̃en alle figuren vnd zaal von dẽ ei-
nen har. Die andere vrſach der figuren iſt/ ſo man eine mit der anderen ver
miſchet/ die eine wirt auß mangel der materiẽ/ die andere nach deß geſtirns

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