Full text: Cardano, Girolamo: Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

ſachen/ Das ſiebend bůch. andern fiſchẽ leichtlich erkeñet. Ich nenne diſes ein gefider/ ſo an einer lini-
en ſthet/ wiewol deren an der zaal mehr ſeind/ als an den Aſellen vnd Eſeli-
nen ſeind vyl/ nãlich drey am ruckẽ/ ſo doch an ſtatt eines gfider/ das nit an
einandern ſthet/ mag gerechnet werdẽ. An dẽ hippuren o{der} federkopff aber
iſt kein gfider/ vñ alles an einan{der}. Wölche ein groß gfider hand/ deren leib
iſt gering/ vñ beinechtig/ auch nach {der} natur feüwrig/ alſo dz ſie fliegen mö-
gen wie die guckauch vnd ſchwalmen. Die geſchüpet ſeind/ habẽ {der} mehrtheil
an dem gefider ſcharpffe ſpitz von wegen jhrer trocknen natur. dann ob wol
diſes die edleſten/ werden ſie doch nitt ſo leichtlich erneeret/ dann ſie bedörf-
fend vyler kom̃lichkeitten. darumb iſt jhnen beſſer daß ſie alſo gewaffnet ſey
end. die fürſich ghand ſeind jhnẽ zů ſchirm vñ zů dẽ angriff geben/ als auch
den Squillen vñ meerkräpſen/ wölche jhrn find den hecht weil er ſie friſſet/
an dẽ rachen verwunden vñ tödẽ. wölche aber hinderſich ghond ſeind jhnen
allein zů ſchirm gebẽ. dañ die natur hat auff vyl weg die fiſch gewaffnet. mit
dẽ großen laſt/ als die Balenẽ. mit zänen als die Meerſchwein vnd Lamien
o{der} hundfiſch/ mit dẽ dörnen/ als die igel. mit den ſcharpffen ſpitzen/ als die
Fabien. mitt den füſſen/ als die Polypẽ o{der} langfüſſigen blachfiſch. mit den
ſchalen/ als die ſchnäcken. die Meeraalẽ hat ſie ſchlüpfferig gemacht. die Re
moren vñ Torpedinẽ o{der} zitterfiſch/ hat ſie mit verborgener krafft gerüſtet/
die andere mit behendigkeit als die Delphinẽ/ die andere mit einer ſcharpf
fen gegenwehr/ als der Xiphias oder ſchwerthunẽ iſt/ dañ der ober kinback
iſt beinen vnd gar hert/ ſo ſich auff zwen ellenbogẽ harfür ſtrecket/ vnd alſo
ſtarck/ dz er mit diſen wañ er gefangen iſt/ die garn zerhauwet/ vñ die ſchiff
mit ſeinẽ gewalt durchboret/ vorab wañ er von den bremen geplaget/ võ wel
chen er auch zům gſtad getribẽ wirt. diſe hãget jm vn{der} dẽ gefi{der}/ da dz fleiſch
am weicheſtẽ iſt/ vñ peiniget in vylfaltigcklich. Das maul ſthet jhm vn{der} dẽ
kine/ wie einẽ Salmẽ/ hat ein glatte haut/ ſonſt iſt er einẽ Sturiẽ o{der} ſtör ge-
leich. diſes ſein gwehr vñ ſchwert iſt ſchwartz/ vñ in mittelmeßiger herte zwi
ſchen einẽ bein vñ horn. Sonſt ſeind auch nach andere vergifftete fiſch/ als
der Drack iſt. Diſen hab ich zů Diepen geſehen. Zů anfang deß ruckẽ hatt er
grüne augẽ/ vnd fünff ſpitze ſtahel/ gar ſchwartz vnd überauß ſcharpff/ die
durch ein düñe vnd ſchwartze haut zůſamen gefügt ſeind. in diſen iſt dz gifft
vyl ſchedlicher dañ in {der} fiſchorn anglen. dañ er hat an yedẽ gefider einẽ/ die
gegen dẽ fiſchorn ghond gãtz beinẽ/ groß/ ſcharpff/ wölche ich hin{der} mir hab
ſo von denẽ gebrochen ſeind. wañ er yemand mit diſen anglẽ verwundt/ vol
get ſchmertzen/ feber/ geſchwulſt/ taubheit/ vñ lem̃e/ vnd vyl mehr/ ſo ye-
mand ſolches von dẽ lebenden fiſch entpfanget. Deßhalbẽ weil diſes ſonſt
ein lebhaffter fiſch/ der andern zůr rach vnd nit zů dẽ todt erborn/ zertret-
ten jm die fiſcher/ ſo bald vnnd er gefangẽ/ dz haupt. Wider diſes gifft hat
man vylfaltige hilff/ nãlich deß Mulli o{der} Meerbarb fleiſch nach der anti-
pathia vnd widerwertigẽ natur. darzů deß fiſch eigen lebern durch die ſym-
pathia/ vnd wañ man ſich offt mit dẽ ſelbẽ angel ſtichet/ wölches ein beſon-
dere gůtte hilff iſt. Diſes ſo durch ein antipathia hilfft/ löſchet das gifft
auß/ als wañ das kalt von dem warmen hingenom̃en wirt. Durch die ſym-
pathia aber o{der} gleich leidende natur/ wirt diſes zertheilet/ wie die hitz in dẽ
bad. diſe vrſachen ſeind gantz offenbar. dz man ſich aber offt ſteche/ vñ alſo
von dẽ ſelbigen angel heil werde/ beſchicht darũb/ daß auff das offt ſtechen
ein erſtaunũg volget/ auß wölchẽ {der} ſchmertzen gſtillet/ vnd die geſchwulſt
Von mancherley wunderbaren oder geſchwer hinderhalten wirt/ oder wann das Phlegmon oder geſchwer
ſchon entſtanden/ wirt das geblüt von den neüwen ſtichen zůſamen gezo-
gen/ deßhalben/ ſo die zeitigũg beſchehen/ es ſich ſtillet/ vnd wirt nit mehr
angereitzet. oder daß deß gifftes krafft durch das milter/ ſo hinzů gethon ge
temperiert wirt/ alſo daß der ſchmertz in ein kitzlung verkeeret wirt/ oder
vmb deren ding aller willen. daß man aber ſagt/ es vergrabe ſich der Drack
inn ein grůben/ iſt erdichtet wie ich mein/ dieweil er zů ſollicher würckung
kein geſtalt hatt/ auch ſein leben nitt dahin gerichtet. Darumb ſoll man di-
ſes ehe von den meerſchlangen glauben. dann den ſchlangen iſt eigentlichen
angeboren/ hülenen zů ſůchen. Diſer vermeinet aber er ſeye in dem ſand ver
borgen/ wann er auß dem waſſer kommet. Sonſt ſeind auch andere vergiff
tet als der Scorpion/ angelfiſch/ Torpedo oder zitterfiſch/ Murena/ Iu-
lis/ Meerſchwein/ vnnd meerſchlangen. vnder allenſamẽ aber iſt der meer-
haß am aller ſchedlicheſten/ als der allein an dem angriff treffenlich ſchadẽ
thůt. Doch ſeind ſie auff mancherley weg ſchedlich/ dañ der Scorpio/ Meer
ſchwein/ vnd angelfiſch/ gieſſen jhr gifft auß/ wie von dem Dracken geſagt
iſt. Etlich thůnd die ſpinnen auch darzů. dann zwar Plinius vnderſcheidet
die ſpiñen von den ſchlangẽ. doch achten wir deſſen nicht/ dieweil alle ſtarck
angel wañ ſie ſtechen/ gifft in jhnen halten/ alſo daß ſchmertzen/ feber/ vnd
Phlegmonen oder geſchwer harnach volgen. Es můß auch wenig gifft bey
einem dracken o{der} angelfiſch ſein/ dieweil jhren ſo vyl von deren ſtich geſund
werden/ weil wir doch geſehen/ daß zwey weiber ab einer nadlen ſtich geſtor
ben/ ob man wol vyl mittel vnnd hilff darzů gethon. Es werde nun für ein
feüchtigkeit oder eigenſchafft auß dem ſtich eingoſſen was es welle/ ſagend
wir es ſeyend die fiſch/ von den anglen har gifftig. Darumb ſollen wir auch
nit an einer ſpinn/ über diſe vernügt ſein. Der Iulis/ Murena/ vnd meer-
ſchlangen aber hand jhr gifft in den zänen vnd im ſpeichel.

45.1.

Fiſchwaffen.
Drack.

Die Iulides ſeind alſo gifftig/ wann ſie ein fiſch gebiſſen hand/ vnnd die
leüth daruon eſſen/ entpfinden ſie ein krim̃en in dem affterdarm. Sy lanf-
fend auch hauffechtig zů den ſchwimmenden/ vnd ſtellen diſen nach wie die
mucken. Diſer fiſchen leib iſt mit kleinen vnd dünnen ſchüppen vmb geben/
vnder wölchen grüne/ blauwe/ ſchwartze/ eyſenfarb/ vnnd rote ſtrich geſe-
hen werdẽ/ alſo dz man vermeinet/ man ſehe an dẽ fiſch ein regenbogẽ. dann
er iſt faſt klein vnd faret mit hauffen dohar/ wie ich geſagt hab. Deßhalben
hand ſie auch mancherley farb wie die ſchlangen/ fürnemlich aber mit blei-
cher vnd grüner farb vnderſcheiden/ darzů mit einẽ krum̃en leib/ ſo vyl ge
ſpitzter angel hatt. Deßhalben wz für fiſch an geſtalt deß leibs/ oder wie die
ſchlangen vnd Můrenẽ gebogen ſeind/ wölche auch angel hand als die ſcor-
pionẽ vnd andere ſo gemeldet ſeind/ o{der} die mit mãcherley farben vn{der}ſchei-
den/ als wir von den Iuliden geſagt/ wölche alle andere fiſch an ſchöner ge
ſtalt übertreffen/ die ſeind alle vergifftet. Ich verſthen hie nit die fleckechti
gen fiſch/ als die iunge eſelin vñ {der} kramat vogel arte/ vnd wie auch nit vn-
der den jrrdiſchẽ thierẽ die Panthier vnd Lintzen/ ſon{der} die mancherley far
ben an jhnẽ hand/ wie gemeldet iſt. dañ in allen diſen dreyen zeichẽ wirt ein
trückne angezeigt. Auß wölchem begibt ſich/ daß diſe vergifftet ſeind/ doch
beſchicht diſes in den bruñen vñ flüſſen nit/ dieweil dz waſſer nit geſaltzẽ iſt.

45.1.

Iulis fiſch.

Der Paſtinacen oder angelfiſchen gradt (domit wir wider zů dem han-
del kom̃en von wölchẽ vor geſagt) iſt gekrumbt/ vnd hin vnd wi{der} mit ſchar

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