Full text: Cardano, Girolamo: Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

Von mancherlei wunderbaren ettliche verenderen jre waſſer nitt. Alſo vyl ſeye von diſem geredt/ nun wöl
len wir auch von anderen vnderſcheiden/ vnnd zů erſt von den mennlei-
n en vnnd weybleinen etwas anzeigen.

Man erkennet inn den thieren die mennlein von den weybleinen/ wöl-
che das geburt gelid außwendig vnnd offenbarlich habend/ die andere er-
keñet mã zum theil auß gemeiner vrſach/ zum theil auß eigener. Auß gemei
ner/ weil faſt alle mennlein freueler/ beweglicher/ vñ ein gröſſeren vnnd
rundern kopff habend/ wie man dann ſolliches inn den künigeleinen ſe-
hen mag.

35.1.

wie die na-
tur zůerkẽnẽ

In den vöglen aber ſeind ſie ſchöner vnnd ſingen baß/ wölche alſo von
natur ſeind/ wie man dann ſolliches in den pfauwen vnd hanen ſpüret. An
der ſtimm kennet man die diſtel vögel/ vnnd nachtgall. Inn den fiſchen
ſeind diſes mennlein/ ſo milch haben/ wölche aber gerogen/ ſeind weiblein. Inn den Gamaren/ Aſtacen/ Squillen/ oder meerkrepſen/ vnnd inn ge-
mein vnder allen/ wölche mitt einer ſubteilen ſchalen bedecket/ ein langen
ſchwantz haben/ ſeind diſes on zweiffel mennlein/ wölchen der ſchwantz
do hinden ſchmal/ vnnd wol zůſammen gezogen iſt. Dann die weiblein
müſſend darumb breitter haben/ damitt ſie deſter kommlicher die eyer da-
runder tragen mögend. darumb ſeind ſie auch etwas rauher.

Es ſeind auch die mennlein in einer yeden art/ in gemein etwas gröſſer
dann die weiblein. dann es iſt die werme auch gröſſer/ vnnd iſt das menn-
lein vollkommener/ vnd wirt ſpäter auß gemachet. Es ſeind aber die weib
lein milterer/ dann allein wann ſie von wägen irer iungen wüten.

Die thier habend dreyerley geberden an inen. Dann ettliche kommen
inen auß zůſammen fügung der glideren/ ettlich von der zucht/ ettlich von
natur. Von der zůſammen fügung/ als wann der adler mitt dem rechten
klauwen ſchlecht/ wölcher gar ſtarck vñ faſt gantz iſt/ wie auch die füß. Der
Happich aber fahet ein ding/ vnnd hebt den raub/ dann ſo er alſo ſchlagen
wolt/ wurd der klauwen auß ſeiner ſtatt kommen/ oder gar brechen. Gelei-
cher geſtalt ſtreyetet ein leüw mitt den klauwen vnnd zenen/ dann er hatt
ſtarck zeen vnnd ſcharpff klauwen.

Der ſtier mag mitt deren keins nicht außrichten/ dann er hatt zerſpal-
ten klauwen/ vnnd hatt in dem oberen biß kein zeen/ er hatt auch nitt ſtar-
cke kinbacken/ ſonder ſtreyttet mitt den hinderen füſſen/ vnud noch baß
mitt den hörneren. Die ſpinn vnnd ſeyden würm machen ein gemüs vnnd
häußlein/ ditweil ſie vyl materien vnnd geſchickte füß darzůhaben. Alſo
thůnd die überigen würm nit/ dieweil ſie ſolliche inſtrument nitt hand. Es
habend aber die meüß vnnd die ſpatzen auß langer zucht gelernet/ den auff
ſatz zůfliehen/ eintweders ſie oder jre vorelteren.

Darumb hatt man in den vnbewonten vnnd öden Inſlen/ tauben ge-
funden/ (wie ich auch an anderen orthen geſagt) wölche durch menſchen
hend gefangen wurden. Dann ſie ſeind nitt durch die natur oder inſtru-
menten darzů vnderwiſen/ ſonder allein in gemein. Solliches ſicht man
in keinen thieren beſſer dann inn den küngeleinen. Dann ein theil ziehend
jre jungen fleiſſiglichen auff/ vnnd erhalten ſie auch. Die anderen fragend
inen gar nicht noch/ ein theil töden ſie auch/ ob ſie wol eben der ſelbigen art
ſeind.

Deßhalben iſt diſes die vrſach/ wañ die meñlein auß můtwillẽ/ ſo wenig

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