Full text: Cardano, Girolamo: Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

ſachen/ Das finfft bůch. Die weil dann fünfferley vnderſcheid der ſchlegen ſind/ werden auch ſo vyl
thon ſein. Das gold aber vnd bley ghend kein widerhall/ dañ ſie ſind weich
vñ gar gantz. dz ertz vñ eyſen gar faſt/ dañ ſie ſind hert/ vñ voll kleiner löch
lin. wz aber inwendig hol iſt/ dz nim̃et kein anderẽ ſch all an ſich/ als die zwi-
fache thüren/ dañ weil ſo vyl ding darzwiſchen/ wirt der ſchall abgebrochẽ. Das auch der ſchall geſtracks für ſich ghet/ vermercket man in dem/ daß die
trometer ſo auff dem ſchloß blaaſen/ in dem feld gar wol gehört werden. Ia
wañ der wind weyet/ von weitnuß vnd zů ring vmb die ſtatt/ aber vm̃ das
ſchloß/ vnnd an der nähe höret man die nitt.

27.1.

Thons vnder
ſcheid.

Deßhalben mögen wir des wunderzeichẽ ſo ſich zů Caricten in dem land
Silurien in Schotten verloffen/ vrſach gebẽ. dañ do ſelbſtẽ iſt ein felß (wie
Boethius ſagt) an wölchem man zů niderſt das geſchütz/ ſo an dem anderen
theil abgeloſſen iſt/ nitt hören mag. dann weil der ſelbig gantz vnnd ſatt/
ghet der ſchall nitt durch. Es zeücht ſich aber bey beden gleichen ecken hin-
vm̃/ als auß dem A in das B/ von wegen der krüm̃e vnnd der her-
te vnnd des ecks/ vnnd daß der ſchall nitt wol in die höhe ghet/ al-
ſo daß man den klapff nitt hören mag. darumb machet ein leinen
tůch bey den ſeytten daß man die lyren oder inſtrument nitt höret.

27.1.

a b

Wie ghet es dann zů das die hangende glocken (wiewol diſes nicht zů der
ſach thůt) wann ſie hangend ſo wollauten/ vnnd wann ſie auff der erden
ſthond/ nitt wol/ vnnd nitt weytt? Die vrſach iſt/ wañ ſie hangen/ ſpringẽ
die glocken gegen den wenden/ dannen har die erzytteren/ vnd alſo faret
der ſchall hinab.

Ich kom̃ aber wi{der} zů der hiſtorien. mã ſagt es ſeye zů Argadien in Schott
land ein ſtein/ wölcher wañ er lang vff dem ſtrauw ligt/ das feüwr von im
ſelbs anzündet. Diſes were warlich einem wunderzeichen geleich/ wañ kein
andere krafft darzů keme/ dañ das feüwr wirt auß der feüchte/ wie in dem
kalch angezündet. wz aber auß kunſt beſchicht/ mag auch von natur zů ghẽ. es iſt aber einem wunderzeichen geleich/ daß ſolliches von einem herten vñ
ſchweren ſtein beſchehen ſoll/ vnnd nit leycht zů verſthen.

Ich hab noch ein anderen ſtein ſo in Schotten erfundẽ/ ein Pentacrin/
wölchen mir Doctor Ioannes Rhoanus geben/ aber gantz einer anderen
geſtalt/ dañ der geweſen/ wölchen wir in den bücheren von den Subtilitetẽ
beſchriben. dañ er hatt ein geſtalt wie die krufften/ die man an den kilchthür
nen vm̃geng pflegt zů machen. dann zů ring vm̃ ſeind ſie rund/ vnnd allge
mach gegẽ der höhe etwas enger. Alſo iſt der ſtein in der gröſſe/ wie ein klein
hüener ey/ zů nidereſt eben/ dañ dz in der mitte etwz/ als ein abgebrochner
ſtül/ geſehen würt. von dem ſelbigen orth als võ einem knopff ghend fünff
zirckel/ ſo gleich weitt von einanderen ſeind/ wölche die ebne (als die blege
thůnd) zertheilend. dañ die circkel ſeind breitt wie ein meſſerrucken. zů bey-
den enden/ nam̃lich an dem anfang vnnd end/ do ſie zůſam̃en ghond/ ſeind
ſie etwas erhöcht. Sie thůnd ſich aber zůſam̃en (wie gemeldet) zů vnderſt in
der mitte/ vnnd zů obereſt. ein yeder circkel wirt mitt zweyen linien vm̃ge-
ben/ durch wölche ein yede als mitt puncten wunderbarer geſtalt künſtlich
geziert. Wann er keine circkel hett/ möchte man ſagen es were ein neſplen/
alſo iſt er an der geſtalt vnnd gröſſe deren geleich/ daß nicht daruon zů ſagẽ. Es iſt diſer ſtein ſchwer/ vnnd hatt deß buchsbaum farb/ aber geſprenget. die flecklin ſeind eyſen farb/ faſt ſcheinende/ vnnd iſt zim̃lich hert.

27.1.

Pentac@in
ſtein.

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