Full text: Cardano, Girolamo: Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

ſachen/ Das fünfft bůch. man in ſeinẽ letſten bůch hatt. Dann der Saphyr hatt auch guldene tüpff
lin/ die himmelblauw vnd Saphyriſch farb haben/ vnd ſeltẽ purpurfarb. die beſten findet man bey den Mediern/ aber an keinem orth gar durch ſich
tig. Es iſt gewüß daß der ſelbig vnſerem edlẽ geſtein nit gleichet/ ſon{der} dem
himmelblauwen ſtein/ wölchen auch etliche einẽ ſternen genennet/ dieweil
er auch auß deren arth/ ſo mit guldinen flecklinen als mit ſternen bezieret. Man ſagt wann diſer den kindern angehencket werde/ vertreib er ihnen al
le vnnütze forcht/ vnd mache krauß har. Was die alten dem Saphyr zů ge
ben/ gehört diſem zů/ dieweil es ein dũckler Saphyriſt. Das Arabiſch edel
geſtein iſt dem helffenbein geleich/ aber in der herte hatt es ein vn{der}ſcheid.

26.1.

Berlin.

Man darff diſe zwey nitt eigentlich vnderſcheiden/ dieweil ihnen nicht
gleichförmig. Dieweil der Garatronius dem Rechsfäl ſo gar geleich/ alſo
daß man nicht geleichers erdencken möchte/ bedarff er auch keiner be-
ſchreibung. er hatt von dem Stellarẽ vnd ſternẽ allein diſen vnderſcheid/
(welchen wir vorgeſagt/ in dem eſſig entpor ſchwim̃en) das der ſtern einer
ſubteyleren ſubſtantz/ vnd allenthalben voll ſternlinen iſt/ der Garatoni
us aber iſt fleckecht vnd hatt kein ſternlin. Es iſt auch die farb des ſternen
etwas gemiſcheter/ vnd ſchier eſchfarb. Den Pſeudopalen habend wir an
einem anderen orth beſchribẽ. etlich meinend es ſey der Chabrates/ wölcher
den menſchẽ (wie man ſagt) der jn an tregt wol beredt vnd frölich machet/
auch mit vyl eheren bezieret/ jm die leüt fründtlich machet/ vnd vor allen
vnfalẽ beſchirmet/ darzů die waſſerſucht heylet. Solliche vylfaltige ding
kommend (als wir an anderen orthen angezeygt) auß einem vrſprung/ die-
weiler vnſere feüchtigkeit tẽperiert. Es iſt gnůgſam bekañt dz diſer ſtein
auß dem brannſchwartz weiß iſt/ vnd an {der} herte etwas minder dañ der Cry
ſtall. Vnder den edlen ſteinẽ iſt Topazius der weicheſt/ demnach {der} Cry-
ſtall/ wölcher in mitten des edlen geſteins vnd der ſteinen ſthet. dañ der To
pazius hatt allein von ſeiner adelichen vnd ſchönen geſtalt/ vnd nitt von
ſeiner herte den nammen eines edlen geſteins erlangt.

Der Adamant iſt der aller herteſt/ demnach der durchſichtig Saphyr/
vff diſen der Carfunckel/ vnder wölchen auch die Pyropen vnd Granatẽ. Darnach der Achates vñ Sarda/ vff wölchẽ der Charchedoniſch Onyx/
dẽnach {der} Smaragd/ wölcher von dem Chryſtall ein kleinẽ vn{der}ſcheid hat. der Chryſolith iſt gleich wie der Carfunckel/ wie {der} Ametiſch dẽ Smaragd
gleichet/ vnd iſt doch herter dañ der Orientaliſch. Wir habẽ auch ſchon ge
ſagt dz der Meerwaſſer dem Peruinen faſt geleichet/ vnd den ſelbigẽ dem
Cryſtall. der Hyacinth iſt dem Sarda geleich/ vñ der Indiſch Iaſpis dem
Onychiopacẽ. die übrige ſcheinẽde/ auch der ander Onyx/ vñ ſo drey farbẽ
hatt/ ſeind ſaſt einan{der}en gleich/ vñ ghend nach dem Cryſolith. der Praſius
iſt auch den vorgendẽ gleich. Es möchte aber yemãd in wachſung des edlẽ
geſteins ſo jetz gemeldet zweyflẽ/ wie doch ſolliches in einẽ löcherechtẽ ſtein
möchte zů ghan/ dieweil jetz der Smaragd auß dem Iaſpis/ der Berill auß
dem Ophitẽ/ der Carfunckel auß dẽ Balaſiẽ (wölchen etlich Palatiẽ darũb
nennend) entſtath. dañ man weißt daß diſe ſtein bleiben/ vñ nit löcherecht
werden. doch wirt in diſen nit einer auß dem anderen/ daß er warlich dar-
auß wachſe/ ſonder weil das edel geſtein wirt/ bleibt die můter. wann es
aber zů end gebracht/ wirt ſie wider auff getröcknet. Inn etlichẽ/ weil zwey
auß einem werden/ meinet man es kemme einer vonn dem anderen. wie

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