Full text: Cardano, Girolamo: Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

Von mancherley wunderbaren wann man jhn aber in gold faſſet/ wirt er faſt geſtercket. Der Praſius wach
ſet treffenlichen groß. man findet diſen in vnſeren landen etwas lieblicher
vnnd heiterer/ aber doch weicher.

26.1.

Praſius.

Den Topazien/ wöllicher in dem grünen ein goldfarb hatt/ vnnd allein
vnder den durchſichtigen edlen gſteinen ſich feilen laßt/ erkeñet man leicht
lichen/ er wachſet auch vier ellenbogẽ hoch. Der Chryſopraſius wirt in dem
gold etwas grüner vnnd iſt herter dann der Topazius. er wachſet auch ſo
faſt/ das vor zeytten nicht wolfeiler. Der Chryſolithus iſt ein bekannt edel
geſtein/ etwas herter/ vnnd dem gold gantz geleich/ wann er nitt durch ſich
tig were/ darumb iſt er auch der aller bekannteſt. Er iſt xij. pfund ſch wer ge
ſehen worden. Der Hiacinth iſt der vierzehend vnder den edelen geſteinen/
wölcher die augen weder erſettiget nach erfüllet/ ſonder wirt geleich welck. wañ man den gegen dem liecht beſicht/ iſt er allwegen gäler farb/ wiewol er
in der dunckle ein gold oder feüwr farb hatt. diſes iſt auch ein beſondere ei-
genſchafft an dem ſtein/ daß er ein feißte farb/ vnnd ein dunckle durchſich-
tigkeit anzeiget. Der Sarda hatt ein blůt vnnd fleiſchige farb/ der Demia
aber ein feißte/ wölchen yetzmalen etliche wöllen ein Sarden ſein/ vnd nen
nen den vorgenden ein Carneol. Man findet auch etliche vn{der} wölchen ein
ſilber vnnd gulden blechlin oder volge iſt. Ich hab einen geſehen der allent
halben mitt guldenen flecken beſprengt geweſen. Ich weiß nitt ob diſes ein
beſondere arth/ oder einer anderen gattung iſt. Es iſt auch ein weyſſer/ wel
cher an {der} herte einem Sarda gleich/ wañ aber ſollicher von natur iſt/ mein
ich nitt daß man in ein Sarden nennen ſoll/ ſon{der} er hatt ein beſondere art.

26.1.

Hyacinth.

Zů dem xvj. volgend die Carfunckel/ wölche auch mancherley geſtalt/
die dunckleren vnd ſo zů ſchwertze geneigt/ neñet man Granaten/ die ſeind
nitt theür. ſie wachſen ſo faſt/ daß man vor zeyten ſpiegel darauß gemachet
batt. Man fand ſie in der Inſel Chio vnd in Arcadien. Es wachſen auch et
lich in Teütſchlanden/ die man neüw Rocha nennet/ weicher vnd feißter/
aber vollkom̃enlich. darumb hület man die auß/ damitt ſie durchſichtig vñ
liecht ſeyen. dann ſonſt meinet man ſie ſeyen ſchwartz. Demnach ſeind San-
daſtren/ wölche guldene fleckenn in der mitte als ſternlin habend/ die ſeind
auch vnder jhnen die edleſte. demnach ſeind etliche einer liech teren farb/ ſo
man Spinellen heiſſet die minder glantzen. wölche auch minder glantzen/
nennet man in jhrer arth die weyblin. Es ſeind auch Alabandiſch/ die man
mitt verkeerten namen Balaſſier nennet/ dann ſie ſeind feißt/ vnnd leüch-
ten nitt/ ſonder wann man ſie anzündet/ breñen ſie. Die beſten ſeind in den
gemachen purpurfarb/ vnder dem him̃el feüwr farb/ an der Sonnen aber
zwitzeren ſie. doch iſt in allenſamen ein rote farb/ vnd in dem tag ein treffen
licher glaſt/ ſo dem feüwr lang widerſthend/ wiewol etliche minder/ etliche
mehr hert ſeind/ dañ die Sarder/ vñ weicher dañ die Saphyr. In den Lu
cayſchen inſeln deß Mexiſchen meers (wölcher man ſagt bey den vierhun-
derten zůſein/ aber doch klein) grabt man auß der erden etliche ſteinlin die
dem Karfunckel gleich ſeind/ wölche/ als wol zů glaubẽ/ bald alt werden/
wie auch Corallen vnd bärlin. Dañ es mögen weder in dem meer/ in wölchẽ
der dunſt außfahrt/ nach in den thieren (dann es müßte die ſubteile feüch-
tigkeit von der kelte zů ſamen wachſen/ vnd ſeind aber die kalte thier eines
kurtzen lebens) die edlen geſtein wachſend. Gleich auff die Karfunckel wöl
len wir den Amethyſten ſetzen/ ein liecht edels geſtein/ ſo ein weinfarb hat/

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer