Volltext: Cardano, Girolamo: Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

Von mancherlei wunderbaren ſie ſeind/ ye langſamer ſie lauffend. Nun
wöllen wir aber ſetzen/ der runß des fluß
ſeye die linien C D. bey der wag D E. dz
obertheyl des waſſers A B. ſo gleich weit
iſt (wieich geſagt hab) der ebne E D. zům
theil/ vnnd zům theil C D. dann diſes iſt
ietz angezeigt/ das die grübẽ in dem runß
G H ein hindernuß ſeye M. vnnd die linien bey der wag F G H. Ich ſag
daß das waſſer das inn der grůben iſt ob G H/ vonn ihm ſelbs außlauffen
wirt/ dann es iſt darein gefallen. was aber vnder diſer linien/ das wirt al-
lein durch den trib des vorgen den waſſers außgefürt. was aber vnder dem
K M L/ ſo gleich weit von dem runß iſt/ wirt langſamer lauffen. deßhal-
ben iſt die vrſach offenbar/ warumb die nideren waſſer gemacher lauffenn
dann die mittelmäßigen. dann was do iſt vnder den anſtöſſen vnnd vnge-
leichheit/ das lauffet lãgſam. Deßhalbẽ laufft ein theyl des waſſers ſo do iſt
zwiſchen K L/ vnnd A B/ am ſchnelleſtẽ/ ſo do iſt bey K L. vñ am lang
ſameſten/ ſo do iſt bey A B/ weil es gleich weit iſt von D E. Darũb weil es
alles miteinanderẽ laufft/ ſo do iſt von K L/ biß zů A B. iſt ein kleiner vn
derſcheid vn{der} dem oberſten vñ ni{der}ſten. aber am aller gemächeſtẽ/ ſo do vn
der K L iſt. vñ am ſchnelleſtẽ/ ſo ob dem K L iſt. vñ in zimlicher geſtalt/
bei A B. Darũb/ domit man den gantzen lauff des waſſers beſchlieſſe/ ſoll
man wüſſen daß dz waſſer/ wañ es ghon thal lauffet/ bewegt werde/ vñ ſo
vyl ſchneller/ ſo vyl größer der lauffhinab ghet. wann es aber auff einẽ ebe
nen boden kommet/ bewegt es ſich nit/ dann auß dem trib des vorgenden/
wann der hinder theil den vorgenden treibt. darumb wann es verhinderet
wirt/ wachſet es. wann es auch die landwere niderer findet/ laufft es darü-
ber/ wo nit/ bleibt es doſelbſt/ biß es an der höhe ſeinẽ vrſprũg gleich wirt. wañ es auch von den landweerin eingeſchloſſen wirt/ ſpringt es auff/ vnd
höret aufflauffen. Vnd diſes iſt/ wölches Plinius geſagt hatt/ das waſſer
lauffe obſich/ biß dz es ſich dem anfang ſeines vrſprungs vergleichet/ ſo ferr
es in den landwerenen eingeſchloſſen werde. Darumb iſt ein vnderſcheid
zwiſchen dem ſo in den teüchlen/ vnnd dem ſo in den känelen geleitet wirt. daß das ſo in den teüchlen geleitet iſt/ alſo weit hinauff gath/ als es vor hin
abgeloffen iſt/ wölches aber in den känlen laufft/ thůt ſollichs nit/ es ſeyen
dann die ſeiten gar hoch/ ich will aber den vnderſcheid
mit einer figur anzeigen. die rören ſeyẽ A B C. wölches
niderer theil B/ das waſſer laufft hinauff biß zů dem
C. dann der teüchel iſt beſchloſſen. Inn dem känel aber
D E G F wirt es nümmer hinauff lauffen biß zů dem
K/ es ſeyend dañ die ſeyten allenthalbẽ der geradẽ li-
nien gleich hoch D H K. Darũb überkom̃et vñ verleürt dz waſſer nach ſei-
ner größe widerũb den trib/ nach größe des abfals. wañ es nun lauffet einẽ
lengeren weg/ vñ durch ein gerade liniẽ/ wirt es ſo vyl ſchneller lauffen/ wie
vylmehr es vom anfang ſeines vrſprũgs iſt/ dañ dz waſſer dz da lauft/ ſeye
A B C D E/ vñ ſeye F E die gerade liniẽ/ o{der} A G/ ſo
allẽthalbẽ gleich weit daruõ iſt/ als vor geſagt. darũb
ſag ich/ weil C K zwifach/ B H vñ D L trifach/ G E
vierfach iſt/ dz {der} lauff ſchneller/ ſo vyl weiter dz waſſer võ ſeim vrſprung iſt.

14.1.

Ein waſſer
zücht das an-
der.
k a b m f g h l c d
Alles wider-
äferet.
a b c
d h k l c g f
a h k l g b c d f e
Waiting...

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