Full text: Cardano, Girolamo: Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

Von mancherlei wunderbaren es iſt auch der brauch noch beſſer/ dañ ſolliche beſcherden.

14.1.

Stein ſaltz

Das ander aber nützet nicht/ als wañ die waſſer in dem Augſtmonat vn-
geſünder werden/ eintweders das der menſchen leib blöder ſeind/ oder
das erterich aller werme entſetzet. Solliches zeiget an/ das man zů der ſelbi
ge zeytt nicht nützlichen ſäyet/ die bletter dürr werden an krüteren vñ beü
men. es fallend auch die regen wañ die brunnen gar erſigen ſeind. das regen
waſſer aber iſt halb faul. weil auch die hitz des ſommers die fiſch tödet vnnd
das waſſer verzeeret/ verderbet ſie auch ſolliches. zů dẽ verderbt die waſſer
die krafft des hunds ſtern. vnnd ob wol der lauff vnd bewegũg des waſſers
mitt gewüſſen reglen begriffen/ vnnd mã vermeinet es lige wenig doran/
iſt doch ein treffenliche kunſt darhinder/ vñ wañ man es erkennet/ ein groſ
ſer gewün darbey. dañ weil das erterich durch das waſſer fruchtbar/ vnnd
aber nitt allenthalben waſſer iſt/ füeret man diſes mitt den känelen dohin/
wölche ſolliches auß den bechen dohin leytten. Deßhalben ligt dem gemei-
nen gůt etwas daran.

14.1.

Waſſer im
Augſten vn
geſund.

Weil aber vyl hie zů bedencken/ begibt ſich offt das auß einem kleinen fä
ler einem ein groſſer ſchaden entſthet/ dem anderẽ ein groſſer nutz. Deßhal-
ben iſt der oberkeytt vnnd dem vnderthonen vyl hieran gelegen.

Damitt wir aber ſolliches beſchriben/ müeſſen wir vorhin zwey ſtück ſetzẽ. zum erſten daß das waſſer außhin laufft/ noch dem das loch groß iſt. das an
der/ noch dẽ es ſtarck getriben wirt. dañ ob wol die andere ding geleich/ iſt
doch des waſſers minder/ ſo durch ein eng loch allgemach dohar lauffet. Her
gegen iſt deſſen mehr/ ſo durch gröſſere vnnd weyttere örther ſtarck dohar
faret. Das loch ſoll zů oberſt vnnd zů niderſt ein proportz haben vnd gleich
ſein. deßhalben iſt es auch gantz einfaltig. Dañ laſſe ſein das a
b noch der höhe ſtande/ a c nach der viereckechte/ alſo dz a b zů
niderſt ſeye/ vnd das orth durch wölche dz waſſer laufft/ zwey
lot waſſer außlaſſe. Ich ſag wañ die gelegenheyt nitt geendert
wirt/ wañ b d/ de/ ef/ geleich ſeind dem a b/ dz noch einer höhe
an einem yeden orth zwey lot werden aus flieſſen/ alſo das durch das a d fier
lot/ durch das a e ſechs ſechs lot/ durch das a f acht lot/ alſo auch von den ü-
brigẽbe/ derẽ ſeyend wie vyl es wölle. dañ ſonſt auß dẽ vorgendẽ/ luffe durch
b d zwey lot/ vnnd durch d e/ vnnd durch e f/ wañ die ſeytten vnnd die hö-
he ſo groß werend als a c.

14.1.

Des waſſers
lauff.
c a b d e f

Das waſſer aber ſo da lauffet durch a b/ verhinderet vnnd fürderet das
nitt/ ſo durch b d fleüſſet. auch das durch b d kommet/ das nitt/ ſo durch d
e. alſo verſtand auch von den anderen. deßhalben iſt offenbar wie vyl faltig
ſein/ oder waß für ein proportz a f haben wirt gegen a b/ oder a d/ oder ei-
nen anderen/ alſo wirt auch das flieſſend waſſer ein proportz haben/ nach {der}
breitte a f/ oder a d. nach der höche aber a c gegen zweyen loten.

Es entſthat aber der ſtarck lauff des waſſers/ das es eintweders hoch hi-
nab fallet oder das es getriben wirt/ o{der} dz es angãgẽ iſt/ o{der} dz daß orth eng
iſt. Deßhalben ſehend wir in den weinfaſſen/ dz die geſchirr ehe erfüllet wer
den durch die rören trächter/ ſo in der mitte vnnd zů niderſt geleich ſeind/
dann die ſo zů oberſt ſtond.

Darumb můß man ſehen warumb diſes in den faſſen beſchicht/ vnnd a-
ber in den weytten waſſeren das gegentheil geſpüret wirt. Dann ye tieffer
das waſſer iſt/ wie auch in den flüſſen/ ye langſamer er lauffet. Deßhalben

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