Volltext : Baader, Joseph: Vollständige Theorie der Saug- und Hebepumpen, und Grundsätze zu ihrer vortheilhaftesten Anordnung, vorzüglich in Rücksicht auf Bergbau und Salinenwesen, nebst einer Beschreibung der in den englischen Bergwerken gebräuchlichen hohen Kunstsätze, und einigen Vorschlägen zur Verbesserung der deutschen Wasserkünste

Beschreibung  der  in  England  üblichen  hohen  Kunstsätze.
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ein  länglichter  Ausschnitt  oder  Oehr  von  gleicher  Grösse  mit  jenem  in  der  Stange
ff  gemacht,  die  Platte  Ss  so  durchgesteckt,  daß  die  Stange  in  der  Mitte  fest  gehalten =
  wird,  und  hierauf  die  beyden  Schenkel  durch  zwey  kleine  gespaltene  Keile
X,X,  welche  durch  zwey  in  dem  vorragenden  Theile  der  Platte  s  befindliche  Ausschnitte ¬
  geschlagen  werden,  feste  zusammen  getrieben.  Nunmehr  bildet  dieser  Kloben
mit  der  Kolbenstange  ein  zusammenhangendes  Stück,  und  kann  mittelst  eines  durch
seinen  Ring  a  gesteckten  Bolzen  rr  an  die  Zugstangen,  Stangenhacken  oder  Ketten
gehängt  werden.
§.  150.
Da  die  leztbeschriebene  Pumpe  mit  den  Vorzügen  der  gewöhnlichen  Saugund ¬
  Hebwerke,  die  Bequemlichkeit  der  Druckwerke  vereinigt,  indem  die  bewegende
Kraft  gleich  über  dem  Stiefel,  wie  bey  diesen,  angebracht  werden  kann,  so  ist  ihre
Anwendung  in  allen  Fällen  an  die  Stelle  der  leztern  zu  empfehlen,  vor  welchen  sie
noch  übrigens  folgende  wesentliche  Vortheile  gewährt.  1)  Wirkt  die  bewegende
Kraft  hiebey  durch  Ziehen,  welches  immer  besser  ist,  und  die  Maschinentheile  weniger ¬
  angreift  als  drücken  oder  schieben.  2)  Ist  die  Liederung,  welche  vollkommen, ¬
  so  wie  bey  den  gewöhnlichen  Saugpumpen  über  den  Sturz  eingerichtet  ist,
leichter,  wohlfeiler  und  dauerhafter,  als  die  Liederung  der  gewöhnlichen  Druckkolben; ¬
  auch  ist  die  Bewegung  der  Kolben  immer  genau  in  der  Richtung  der  Achse
des  Stiefels.  3)  Macht  die  Auswechselung  oder  Ausbesserung  der  Ventile  weniger
Schwierigkeiten,  da  hier  im  Steigrohr  keines  befindlich  ist.
Vor  den  gewöhnlichen  hohen  Sätzen  hat  diese  Art  von  Pumpen  auch  zwey
sehr  wichtige  Vorzüge;  erstens  arbeiten  hier  die  Zugstangen  ausser  den  Aufsatzröhren ¬
  im  Trocknen,  dauern  daher  länger,  und  können,  wenn  sie  schadhaft  geworden, ¬
  leichter  und  bequemer  reparirt  oder  ausgewechselt  werden.  Zweytens  können
hiebey  engere  Aufsatzröhren  gebraucht  werden,  welches  bey  weiten  Sätzen,  und  wo
man  keine  andern  als  hölzerne  Röhren  haben  kann,  ein  wichtiger  Vortheil  ist.
Besonders  aber  würden  diese  Pumpen,  meiner  Meinung  nach,  in  flachen  Kunstschächten ¬
  (wo  die  gewöhnlichen  hohen  Sätze  wegen  des  Aufliegens  und  Reibens  der
Zugstangen  in  den  Aufsatzröhren  gar  nicht  anwendbar  sind)  die  besten  Dienste  thun,
weil
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