Volltext : Baader, Joseph: Vollständige Theorie der Saug- und Hebepumpen, und Grundsätze zu ihrer vortheilhaftesten Anordnung, vorzüglich in Rücksicht auf Bergbau und Salinenwesen, nebst einer Beschreibung der in den englischen Bergwerken gebräuchlichen hohen Kunstsätze, und einigen Vorschlägen zur Verbesserung der deutschen Wasserkünste

192  Beschreibung  der  in  England  üblichen  hohen  Kunstsätze.
von  Eisen  gegossener,  massiver,  durch  seine  Achse  nach  der  Weite  der  Kolbenstange
ausgebohrter,  von  aussen  nach  der  Weite  der  Büchse  ad  abgedrehter,  Zylinder
über  die  Stange  kk  geschoben,  in  die  Büchse  abod  gesteckt,  und  mittelst  zweyer
Schraubenbolzen  „y  (welche  mit  ihrem  untern  ringförmigen  Ende  an  die  Zapfen
gg,  oben  aber  durch  die  beyden  Flügellappen  ee  gesteckt  werden)  wie  die  Zeichnung ¬
  weiset,  allmählig  eingedrückt.  Auf  diese  Art  wird  das  gezupfte  Tau  nicht
nur  so  fest,  als  man  will,  zusammen,  sondern  auch  von  allen  Seiten  so  dichte  an
die  Kolbenstange  angepreßt,  daß  auch  bey  dem  stärksten  Drucke,  währendem  Spiele
der  Pumpe  sowohl  als  im  Stande  der  Ruhe,  kein  Tropfen  Wasser  zwischen  dieser
Liederung  und  der  Stange  entwischen  kann,  wozu  die  gegen  unten  bis  an  den  scharfen ¬
  Rand  trichterförmig  erweiterte  Höhlung  desselben  Zylinders  sehr  viel  beyträgt.
Diese  ganze  Vorrichtung  heißt  die  Stopfbüchse  (the  Stuffingbox,)  und  entspricht ¬
  ihrer  Bestimmung  weit  vollkommener  als  die  von  Belidor  für  ähnliche
Pumpen  beschriebene  Liederung  mit  ledernen  ringförmigen  Scheiben,  vor  welcher  sie
noch  den  besondern  wichtigen  Vorzug  hat,  daß  durch  allmähliges  Nachdrücken  des
Stöpsers  oder  Zylinders  ee  die  Liederung  in  dem  Verhältnisse  wieder  dichter  gemacht ¬
  werden  kann,  als  solche  durch  den  Gebrauch  abgenüzt  und  vermindert  wird.
§.  149.
Da  die  Kolbenstange  ihrer  ganzen  Länge  nach  durch  die  im  Deckel  mm,
und  im  Stöpfer  ee  befindlichen  genau  passenden  Oefnungen,  so  oft  man  will,  frey
ein-  und  ausgeschoben  werden  muß,  so  kann  an  ihrem  obern  Ende  natürlicherweise
kein  Ring,  Hacken  oder  irgend  ein  Vorsprung  angebracht  werden;  und  man  hat
daher,  um  solche,  nachdem  der  Kolben  in  dem  Stiefel,  und  der  Deckel  auf  den
Rand  desselben  befestigt  ist,  mit  den  Zugstangen,  Ketten  oder  übrigen  gangbaren
Zeuge  auf  eine  feste  und  sichere  Art  in  Verbindung  zu  setzen,  folgende  sehr  einfache
und  bequeme  Vorrichtung  erdacht.
Die  Stange  bekömmt  an  ihrem  Obertheile  ein  4  bis  5  Zoll  langes  Oehr  ff,
Fig.  2,  in  welches  die  eiserne  Platte  Ss  genau  passet.  Nun  wird  ein  gespaltenes
Stück  Eisen  oder  Kloben  abc,  Fig.  I,  so  bearbeitet,  daß  dessen  beyde  inwendig
ausgehöhlte  Schenkel  b,c  den  Obertheil  der  Stange  k  genau  umfassen,  wie  Fig.  9.
auf  der  fünften  Tafel  anzeigt.  Durch  beyde  Schenkel  dieses  Kloben  wird  dann
ein
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer