192 Beschreibung der in England üblichen hohen Kunstsätze.
von Eisen gegossener, massiver, durch seine Achse nach der Weite der Kolbenstange
ausgebohrter, von aussen nach der Weite der Büchse ad abgedrehter, Zylinder
über die Stange kk geschoben, in die Büchse abod gesteckt, und mittelst zweyer
Schraubenbolzen „y (welche mit ihrem untern ringförmigen Ende an die Zapfen
gg, oben aber durch die beyden Flügellappen ee gesteckt werden) wie die Zeichnung ¬
weiset, allmählig eingedrückt. Auf diese Art wird das gezupfte Tau nicht
nur so fest, als man will, zusammen, sondern auch von allen Seiten so dichte an
die Kolbenstange angepreßt, daß auch bey dem stärksten Drucke, währendem Spiele
der Pumpe sowohl als im Stande der Ruhe, kein Tropfen Wasser zwischen dieser
Liederung und der Stange entwischen kann, wozu die gegen unten bis an den scharfen ¬
Rand trichterförmig erweiterte Höhlung desselben Zylinders sehr viel beyträgt.
Diese ganze Vorrichtung heißt die Stopfbüchse (the Stuffingbox,) und entspricht ¬
ihrer Bestimmung weit vollkommener als die von Belidor für ähnliche
Pumpen beschriebene Liederung mit ledernen ringförmigen Scheiben, vor welcher sie
noch den besondern wichtigen Vorzug hat, daß durch allmähliges Nachdrücken des
Stöpsers oder Zylinders ee die Liederung in dem Verhältnisse wieder dichter gemacht ¬
werden kann, als solche durch den Gebrauch abgenüzt und vermindert wird.
§. 149.
Da die Kolbenstange ihrer ganzen Länge nach durch die im Deckel mm,
und im Stöpfer ee befindlichen genau passenden Oefnungen, so oft man will, frey
ein- und ausgeschoben werden muß, so kann an ihrem obern Ende natürlicherweise
kein Ring, Hacken oder irgend ein Vorsprung angebracht werden; und man hat
daher, um solche, nachdem der Kolben in dem Stiefel, und der Deckel auf den
Rand desselben befestigt ist, mit den Zugstangen, Ketten oder übrigen gangbaren
Zeuge auf eine feste und sichere Art in Verbindung zu setzen, folgende sehr einfache
und bequeme Vorrichtung erdacht.
Die Stange bekömmt an ihrem Obertheile ein 4 bis 5 Zoll langes Oehr ff,
Fig. 2, in welches die eiserne Platte Ss genau passet. Nun wird ein gespaltenes
Stück Eisen oder Kloben abc, Fig. I, so bearbeitet, daß dessen beyde inwendig
ausgehöhlte Schenkel b,c den Obertheil der Stange k genau umfassen, wie Fig. 9.
auf der fünften Tafel anzeigt. Durch beyde Schenkel dieses Kloben wird dann
ein