115
Vollständige Berechnung eines doppelten Saugwerks.
Niedergange ausgedrückten Wassermengen ist allemal dem
Produkte aus der ganzen Kolbenfläche in die Länge des Hubes ¬
gleich.
Die Pumpe liefert nämlich beym Schub des Kolbens denjenigen Theil der
eingezogenen Wassermenge, welchen sie beym Hube zurückgehalten hat.
Man sieht hieraus, daß es in Rücksicht auf die Wirkung vollkommen
gleichgiltig sey, in welchem Verhältnisse die Dicke der Kolbenstange (so weit solche
im Wasser geht) zur Weite des Stiefels oder des Aufsatzrohrs stehe, da die auf
ein ganzes Kolbenspiel ausgeschüttete Wassermenge allemal = Wb bleibt.
Auf den Widerstand beym Aufziehen und Niederdrücken des Kolbens hat
zwar der Werth von einen merklichen Einfluß; doch wird auch dieser in dem
einen Zeitpunkte gerade so viel vermehrt, als er in dem andern vermindert wird,
und bey einem doppelten Saugwerk fällt der von diesem Umstande herrührende
W. (h — X) und
W
Unterschied gänzlich weg, da sich die Glieder
X) (§. 87.) allemal einander aufheben, der Werth von mag seyn, wel(h ¬
cher er wolle.
Wolle man bey einer einfachen Pumpe eine solche Einrichtung treffen,
daß beym Hub und Schub gleich viel Wasser ausgegossen würde, so müßte
q = N, d. i.
bre (w - r)b,
also 2 br = Wb
oder r = „ W
gemacht werden. Und dann wäre auch der von dem über dem Kolben stehenden
Wasser verursachte Widerstand in beyden Zeiten gleich groß.
§. 93.
Für ein Beyspiel zur vollständigen Berechnung eines doppelten Saugwerks
nehme man den Durchmesser der Kolbenröhren 12 Zoll, der Saugröhren 3 Zoll,
der